Wohnen im Pott – Inklusiv zuhause sein in Oberhausen

Kurzdarstellung der Aktivität

„Wohnen im Pott“ ist ein am 1.12.2013 initiiertes Projekt der Lebenshilfe Oberhausen e.V., welches von Aktion Mensch gefördert wird.

Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu bieten, in Oberhausen inklusiv zu wohnen.

Ganz im Sinne des Wunsch- und Wahlrechts sollen diese selber darüber entscheiden können wo, wie und mit wem sie leben. Hierzu soll es geeignete und bezahlbare Wohnungen geben. Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung sollen in ihrem Wohn-Umfeld willkommen und einbezogen sein. Gleichzeitig sollen neue, persönliche Ideen und Lebens-Vorstellungen unterstützt werden.

Das Projekt bezieht sich auf die ganze Stadt Oberhausen. Es richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung in Oberhausen mit  Unterstützungsbedarf, aber auch an Angehörige, Freunde, Nachbar/inne/n, Politiker/innen und an alle Interessierten.

Bei „Wohnen im Pott“ werden Gespräche über Wohn-Wünsche und deren Umsetzung geführt. Menschen mit Behinderungen werden über ihre Rechte informiert. Es wird aber auch mit Anbietern, Politik, Verwaltung und in Arbeitskreisen über neue Ideen zum Wohnen gesprochen. Und wie man die Bedingungen in Oberhausen verbessern kann.

„Wohnen im Pott“ hilft u.a. bei der Suche nach geeigneten Wohnungen oder leistet Unterstützung bei Problemen mit der Wohnung. Es gibt offene Sprechzeiten, zu denen jeder kommen kann. Zudem gibt es eine Reihe an Einzel- und Gruppenangeboten (z.B. Zukunftsplanung).

Bei „Wohnen im Pott“ arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Es sind auch drei Menschen mit Lernschwierigkeiten angestellt. Sie bringen bei den Beratungen im Tandem ihr Wissen als Expert/inn/en in eigener Sache ein.

Lebensbereich

  • Wohnen
  • Unterstützung

Gebietskörperschaft

Kreisfreie Stadt (46045 Oberhausen)

Einwohnerzahl

ca. 215.000

Zuordnung zu Dimensionen

  • Planung und Entwicklung von flexiblen und inklusionsorientierten Unterstützungsdiensten für Menschen mit Behinderungen
  • Partizipation und Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen,
  • Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für die Idee der Inklusion,
  • Gestaltung einer barrierefreien Infrastruktur,
  • inklusive Gestaltung von Bildungseinrichtungen und anderen Dienste des öffentlichen Lebens (Mainstreaming)

Ausschlaggebender Impuls

Der offizielle Beginn des Projektes war der 01.12.2013.

Ausgangspunkt der Überlegungen zur Etablierung des Projektes waren zum einen die Erfahrung – insbesondere im Rahmen der Beratungsarbeit der KOKOBE bitte verlinken: http://www.kokobe-ob.de/Willkommen.html – dass bestimmte Bedarfe nicht abgedeckt werden können (z.B. Unterstützung bei Umzügen, die Einbindung von Menschen mit Behinderung als Expert/inn/en in eigener Sache in die Beratungsarbeit), zum anderen förderte und warb Aktion Mensch zu dieser Zeit intensiv (für) inklusive Projekte.

Ziele des Projekts

Das Projekt soll dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung – mit der entsprechenden Unterstützung – selbstbestimmt wohnen können. Das Projekt versteht sich dabei nicht als neuer „Betreuungsdienst“ für Menschen mit Behinderungen, sondern als Dienstleister für alle.

Die selbstformulierten Ziele der Projektverantwortlichen sind:

  • Jeder Mensch mit Behinderung soll

die Möglichkeit haben, in Oberhausen inklusiv zu wohnen.

  • Es soll  geeignete und bezahlbare Wohnungen geben.
  • Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung sollen in ihrem Wohnumfeld willkommen und einbezogen sein.
  • Neue, persönliche Ideen und Lebensvorstellungen sollen unterstützt werden.
  • Menschen mit Behinderung sollen unterstützt werden, Probleme selbstständig zu lösen.

Die Ziele des Projektes knüpfen damit v.a. an Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention (Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft) an, indem es u.a. heißt: „Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens anerkennen das gleiche Recht aller Menschen mit Behinderungen, mit gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gemeinschaft zu leben, und treffen wirksame und geeignete Maßnahmen, um Menschen mit Behinderungen den vollen Genuss dieses Rechts und ihre volle Einbeziehung in die Gemeinschaft und Teilhabe an der Gemeinschaft zu erleichtern, indem sie unter anderem gewährleisten, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben […].“ Daraus leitet sich also ein klares Wunsch- und Wahlrecht in Bezug auf die Wohnform ab. Zudem spielen in diesem Zusammenhang die Artikel 20 (Persönliche Mobilität) und

Artikel 23 (Achtung der Wohnung und der Familie) der UN-BRK eine Rolle.

Rechtlicher Rahmen

Die Ziele des Projektes „Wohnen im Pott“ stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem 2. Zwischenbericht zur kommunalen Inklusionsplanung: „Mit Allen – Für Alle. Wege gestalten zur Inklusion in Oberhausen.“ (siehe allgemeine Informationen und Materialien), an deren Erstellung auch die Mitarbeitenden im Projekt beteiligt waren. Zum Bereich Wohnen und Mobilität wird hier folgendes Leitziel formuliert:

„Allen Einwohnerinnen und Einwohnern steht ein bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung. Eine ausreichende infrastrukturelle Versorgung ist vorhanden und für alle zugänglich.“ Hierzu werden im Aktionsplan konkrete Ziele und damit verbundene Maßnahmen formuliert, wie z.B. „Bürgerinnen und Bürger können sich umfassend über den Bestand von barrierefreiem bzw. barrierearmen Wohnraum informieren. Es gibt die Fachberatung ‚Barrierefreies Wohnen‘. Diese baut eine Datenbank mit barrierearmen und barrierefreien Wohnraumangeboten auf und berät zu Fördermitteln.“

Maßnahmen

Wichtige Faktoren, um Menschen mit Behinderung selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen zu können, sind vor allem:

  • passender und bezahlbarer Wohnraum,
  • personenorientierte und flexible Unterstützungsleistungen,
  • funktionierende Netzwerke (Nachbarn, Familie, Freunde) und
  • Weiterentwicklungen im Bereich der Gesellschaft, Politik und Verwaltung.

Daher beziehen sich die Maßnahmen im Rahmen des Projektes auch auf unterschiedliche Ebenen. Zum einen gibt es Angebote für Einzelne und für Gruppen (z.B. Unterstützung bei der Wohnungssuche, individuelle Unterstützung bei wohnbezogenen Problemen, offene Sprechstunden, Mieter-Führerschein, Test-Wohnung, Kurse, personenzentrierte Zukunftsplanung, Arbeits-Gruppe Leichte Sprache), die zum Beispiel dazu dienen, Menschen mit Behinderung über ihre Rechte zu informieren und sie individuell in Bezug auf ihre Wohnwünsche zu unterstützen.

Zum anderen findet eine Beratungs- und Vernetzungsarbeit mit den entsprechenden Kostenträgern und Akteuren aus dem Bereich des Wohnens und der Politik statt (z.B. Mitwirkung am Teilhabeplan zur Umsetzung der UN-BRK in Oberhausen, Mitarbeit in Arbeits-Kreisen im Sozialraum oder Kooperationen mit Vermietern). Dabei soll für die Rechte und Fragen von Menschen mit Behinderung in Bezug auf das Wohnen sensibilisiert werden. Außerdem sollen gemeinsam neue Ideen entwickelt werden.

Alle Angebote richten sich sowohl an Menschen mit als auch an ohne Behinderung und sind kostenfrei. So nutzten in der Vergangenheit immer wieder auch Menschen ohne Behinderung – wie beispielsweise Flüchtlinge oder Studierende, die die erste eigene Wohnung beziehen wollten ­– die Angebote.

Wichtige aktuelle Maßnahmen sind u.a.:

  • Arbeits-Gruppe Leichte Sprache „Klar-Text“

Die Arbeitsgruppe übersetzt Texte in Leichte Sprache, überprüft Übersetzungen und informiert im Allgemeinen über den Themenbereich Leichte Sprache.

  • Der Mieter-Führerschein

Beim Mieter-Führerschein handelt es sich zum einen um eine Informationsbroschüre in Leichter Sprache, die Erläuterungen enthält, was man zum eigenständigen Wohnen braucht.

Zum anderen werden verschiedene Kurse angeboten, in denen man vieles zum Thema Wohnen lernen kann. Die Kurse finden in einer eigens dafür angemieteten und eingerichteten Kurs-Wohnung statt.

  • Der Offene Treff  „Komma rein“

Einmal wöchentlich findet am Montag-Nachmittag ein offenes Freizeitprogramm für die Nachbarschaft und für interessierte Menschen aus anderen Stadtteilen statt.

  • Stadtteilführungen „Komma mit – In dein Viertel“

Gemeinsam mit einem ausgebildeten Ruhrgebietsführer werden verschiedene Stadtteilführungen für alle Interessierten angeboten. Dabei erhalten die Teilnehmenden Informationen zur Geschichte und zu den Besonderheiten des jeweiligen Stadtteils.

  • Die Handwerkersprechstunde „Mach ma mit!

Jeden 1. und 3. Samstag im Monat bietet ein Handwerksmeister eine offene Sprechstunde an. Er beantwortet beispielsweise Fragen rund um die Sicherheit im Haus, gibt Hilfestellung beim Einrichten der Wohnung oder zeigt mit praktischen Übungen, wie man handwerkliche Dinge in der eigenen Wohnung selber machen kann.

  • Der Malwettbewerb „Wohnen? So wie ich es will!“

Das Wohnen im Pott Team veranstaltet von Mai bis Juli 2015 einen Malwettbewerb zum Thema Wohnen. Alle Einwohnerinnen und Einwohner aus Oberhausen können Bilder einreichen, die ihre Wünsche in Bezug auf das Wohnen ausdrücken. Im September 2015 sucht eine Jury die schönsten Bilder aus und es werden Preise verliehen. Zudem sind Ausstellungen und ein Kunstkatalog geplant.

Beteiligte und Netzwerke

Das Projekt wird durchgeführt von der Lebenshilfe Oberhausen e.V..

Das Team besteht aus sieben Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Bei „Wohnen im Pott“ arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Es sind drei Menschen mit Lernschwierigkeiten angestellt. Sie können ihr Wissen als Expert/inn/en in eigener Sache und in Sachen Anderer dabei gewinnbringend – beispielsweise bei Beratungen oder Öffentlichkeitsarbeit – einbringen und ermutigen nicht zuletzt auch andere Menschen mit Behinderung dazu, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie werden nach Tarif bezahlt und haben dieselben Rechte, wie alle Arbeitnehmer/innen der Lebenshilfe Oberhausen. Bei den Mitarbeiter/inne/n ohne Behinderung handelt es sich um (angehende) Sozialpädagog/inn/en und eine Reinigungsfachkraft.

Um von den unterschiedlichen Stärken besser profitieren zu können,  erfolgt die Arbeit im Tandem, wobei immer ein Mensch mit und ohne Lernschwierigkeiten miteinander arbeiten.

Das Team und die einzelnen Tandems arbeiten immer in Leichter Sprache, um kommunikative Barrieren abzubauen und zu vermeiden.

Im Projekt arbeiten auch 12 Menschen mit und ohne Behinderung ehrenamtlich – u.a. Schüler/innen, Mitarbeiter/innen aus Werkstätten, Angehörige und pädagogische Fachkräfte.

Sie gestalten zum Teil Einzelberatungen mit oder beteiligen sich beispielsweise an Arbeitsgruppen.

Im Zusammenhang mit der Ermöglichung dieses bürgerschaftlichen Engagements ist „Wohnen im Pott“ angefragt worden, die Auftakt-Veranstaltung der „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ im September 2015 in Hagen mit zu gestalten. 

Das Projekt ist umfassend vernetzt.

Wichtige Kooperationspartner im Rahmen des Projektes sind

  • Mensch zuerst – People first Deutschland e.V. (insbesondere im Zusammenhang mit der persönlichen Zukunftsplanung)
  • Zentrum für Planung und Evaluation der Universität Siegen (insbesondere im Zusammenhang mit dem konzeptionellen Austausch)
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • Büro für Chancengleichheit der Stadt Oberhausen (insbesondere im Hinblick auf den Mieterführerschein und die Leichte Sprache)
  • Landschaftverband Rheinland
  • Klomberg Hausgerätetechnik (insbesondere im Hinblick auf den Sicherheitsaspekt der Wohnungen)
  • Immeo Wohnen Service GmbH Oberhausen (Immobilienunternehmen)

Alle Projektpartner/innen treffen sich regelmäßig und tauschen sich über neue Ideen aus. Mit den Kooperationspartnern vor Ort gibt es zudem einen gemeinsamen Kooperationsvertrag, zweimal jährlich kommt man zusammen um die Zielerreichung zu prüfen und weitere Ziele zu besprechen.

Die Mitarbeiter/innen von „Wohnen im Pott“ wirken zudem am Teilhabe-Plan in Oberhausen mit (siehe rechtliche Grundlagen).

„Wohnen im Pott“ ist Teil des bundesweiten Forschungsprojektes:

„Unter Dach und Fach!? – Ein Index für inklusives Wohnen in der Gemeinde“ (http://www.ph-heidelberg.de/unter-dach-und-fach/das-projekt.html). Dabei handelt es sich um ein Projekt der Bundesvereinigung Lebenshilfe (mit wissenschaftlicher Begleitung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg), welches das Ziel hat einen Fragenkatalog zur inklusiven Entwicklung von Wohn- und Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderung zu entwickeln

Finanzierung und Ausstattung

Seit dem 01.12.2013 wird das Projekt durch Aktion Mensch für insgesamt drei Jahre gefördert. Auch nach der Förderperiode soll das Projekt weiter bestehen. Es gibt bereits erste Überlegungen zu möglichen Folgeprojekten und Möglichkeiten der Verstetigung (z.B. die Etablierung eines Concierge Services).

Projektablauf und zeitliche Rahmung

Seit Mai 2014 stehen für die Projektarbeit eigene barrierefreie Räumlichkeiten zur Verfügung (Büro- und Mehr-Zweck-Räume). Diese werden insbesondere für die Einzelberatungen und Gruppen-Angebote genutzt.

Bestandteil des Projektes ist auch Öffentlichkeitsarbeit u.a. in Form von Vorträgen auf Veranstaltungen, einem Newsletter, Pressearbeit und der Homepage (www.wohnen-im-pott.com). Auch bei der Öffentlichkeitsarbeit wird dem Gedanken der Barrierefreiheit Rechnung getragen, indem zum großen Teil die Leichte Sprache Anwendung findet.

Inklusive Ausrichtung des Projektes und Gemeinwesenbezug

Alle Angebote von „Wohnen im Pott“ sind offen für alle Menschen in Oberhausen. Sie müssen nicht die Angebote der Lebenshilfe nutzen. Auch andere Interessierte können die Angebote wahrnehmen.

Die Ziele und Maßnahmen im Rahmen des Projektes können dazu beitragen, segregierende Strukturen im Bereich des Wohnens (wie z.B. stationäre Wohnformen für Menschen mit Behinderung) zu überwinden und die Selbstbestimmung und Teilhabe insbesondere von Menschen mit Lernschwierigkeiten langfristig zu fördern.

Menschen mit Behinderung sind ein selbstverständlicher Teil des Teams und tragen mit ihrem Wissen als Experten in eigener Sache zum Abbau von Barrieren bei.

Durch den Einbezug aller relevanten Akteure vor Ort (Kostenträger, Betroffene, Nachbarn, Angehörige, Vermieter,…) und die Maßnahmenvielfalt im Projekt besteht die Chance, soziale Räume für Menschen mit Behinderung zu öffnen und einen Beitrag zur Entwicklung eines inklusiven Gemeinwesens zu leisten.

Nachhaltigkeit

Auch über die Förderungsperiode von Aktion Mensch hinaus wird eine Verstetigung der Projektaktivitäten angestrebt.

Durch die breit angelegten Maßnahmen, die vielfältige Vernetzung und das Ziel, Menschen mit Behinderung zu befähigen, Probleme eigenständig zu lösen, ist grundsätzlich eine nachhaltige Wirkung des Projektes gegeben.

Gesamteinschätzung

Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur unabhängigen Lebensführung und zur Einbeziehung in die Gemeinschaft von Menschen mit Behinderung (vgl. Art. 19 UN-BRK), indem es Menschen mit Behinderung zum einen ermöglicht, eigene Wünsche im Hinblick auf ihre Wohnsituation zu entwickeln und umzusetzen und zum anderen die strukturellen Voraussetzungen hierzu schafft.

Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des drängenden Problems zu sehen, dass es in vielen Kommunen an barrierefreiem und bezahlbaren Wohnraum fehlt oder es an Überblick über den Bestand barrierefreier Wohnungen mangelt, der einen Ansatz für Planung bietet.

Vor diesem Hintergrund ist die Zusammenarbeit mit einem Immobilienunternehmen im Rahmen des Projektes als sehr relevant einzuschätzen.

Das Projekt ist deutlich inklusiv ausgerichtet, da Angebote allen Bürgern und Bürgerinnen offen stehen und verschiedene Maßnahmen dazu beitragen sollen, das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.

Hinsichtlich der Wohnsituation bestehen bei Menschen mit Behinderung, die lange Zeit in bevormundenden, überbehüteten, übermäßig fürsorglichen und einengenden Verhältnissen aufgewachsen sind, oftmals keine Vorstellungen von Möglichkeiten, die Zukunft zu planen. Wünsche und Zukunftsvorstellungen müssen erst geweckt, Ideen erst gemeinsam entwickelt und Möglichkeiten vielleicht getestet werden, um dem eigenen Willen auch folgen zu können (siehe hierzu auch Fischer 2012 – allgemeine Informationen und Materialien). 

Alle wichtigen Akteure vor Ort werden dabei miteinbezogen und es entstehen neue Netzwerke. Das Projekt bietet damit das Potential eine nachhaltige Wirkung im Gemeinwesen zu entfalten.

Einschätzung der Projektverantwortlichen

Zu Beginn des Projektes machten die Verantwortlichen die Erfahrung, dass zunächst viele Bedenken von Seiten anderer Träger der Behindertenhilfe ausgeräumt werden mussten. So galt es vielfach zu verdeutlichen, dass es sich bei dem Projekt um keinen neuen Unterstützungsdienst für Menschen mit Behinderung und damit auch nicht um eine Konkurrenz handelt, sondern um ein offenes, kostenfreies und freiwilliges Angebot handelt, welches andere Bedarfe abdeckt.

Von den Projektverantwortlichen wird insbesondere die Zusammenarbeit mit den Projektpartner/inne/n als essentiell eingeschätzt. Ohne Vernetzung sei Inklusion nicht möglich. Die vorhandenen Ressourcen und das Engagement gelte es zu bündeln. Dabei ist die Eigeninitiative besonders wichtig – es gilt, mögliche Kooperationspartner aktiv aufzusuchen und anzusprechen.

Die Zusammenarbeit und insbesondere Heterogenität aller Beteiligten bringe immer wieder neue gute Ideen hervor. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort – wie beispielsweise der Stadt – hat sich als wichtig erwiesen.

Die Projektverantwortlichen verstehen das Projekt auch nicht als ein explizites der Lebenshilfe, sondern sehen sich als Teil dieses Netzwerkes.

Die hohe Motivation der Projektpartner ist ein besonders wichtiger Gelingensfaktor in Bezug auf den Erfolg des Projektes.

Durch die umfassende Beteiligung von Menschen mit Lernschwierigkeiten wird viel Zeit benötigt. Gerade diese „Entschleunigung“ komme dem Projekt aber häufig inhaltlich zu Gute.

allgemeine Informationen und Materialien

www.wohnen-im-pott.com

Mit Allen – Für Alle. Wege gestalten zur Inklusion in Oberhausen. 2. Zwischenbericht zur kommunalen Inklusionsplanung. Online verfügbar unter: http://www.oberhausen.de/de/index/rathaus/verwaltung/verwaltungsfuehrung/buero-fuer-chancengleichheit/inklusion/inklusion-material/zwischenbericht_kommunale_inklusionsplanung.pdf, zuletzt geprüft am 11.05.2015.

Fischer, U. (2012): Prozesse des Erwachsenwerdens und der Ablösung. In: Maier- Michalitsch, N. J./ Grunick, G. (Hrsg.): Leben pur – Wohnen Erwachsen werden und Zukunft planen mit schwerer Behinderung. Düsseldorf: Verlag Selbstbestimmt Leben, S. 16–30.

Ansprechpartner/in

Stephanie Franken

Marienburgstraße 14

46047 Oberhausen

Telefon: 0208/ 99528111

Email: wohnen-im-pott@lebenshilfe-oberhausen.de

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.