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Dokumentation des Plenumsteils vom Zukunftsworkshop am 22. März 2019 im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW in Düsseldorf

Auf dem Bild ist Anna Kaminski (M.A.) während ihres Vortrags am Rednerpult zu sehen. Im Hintergrund zeigt eine Bildpräsentation den Titel des Vortrags: "Das Inklusionskataster NRW - eine Einführung".

Zunächst begrüßte Herr Minister Karl-Josef Laumann (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW) die Teilnehmenden. Die Veranstaltung moderierte Prof. Dr. Albrecht Rohrmann (ZPE, Universität Siegen). Vormittags standen drei Vorträge auf dem Programm. In dem Vortrag „Das Inklusionskataster NRW gestern und heute“, den Anna Kaminski und Lena Bertelmann (beide ZPE, Universität Siegen) gemeinsam hielten, stellten die Referentinnen das Inklusionskataster vor. Die Präsentation des Vortrags finden Sie hier.

Anna Kaminski erklärte zunächst, was das Inklusionskataster ist und wie es entstanden ist. Sie erläuterte, dass das Inklusionskataster auf Untersuchungsergebnissen des Projekts „Inklusive Gemeinwesen Planen“ aufbaut, das zuvor vom ZPE durchgeführt wurde. Dann stellte sie die Ziele des Inklusionskatasters dar und beschrieb den Aufbau der Website des Inklusionskatasters. Außerdem erläuterte sie, welche weiteren Aktivitäten das Inklusionskataster in der ersten Projektphase durchgeführt hat – darunter beispielsweise drei Projektforen. Bevor Anna Kaminski an Lena Bertelmann übergab, präsentierte sie noch Zahlen und Fakten zum Inklusionskataster. So teilte sie mit, dass am 15. März 2019 155 Inklusionsprojekte auf der Website des Inklusionskatasters verzeichnet waren. Außerdem sei ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen auf der Website von 2015 bis 2018 zu erkennen.

Auf der rechten Seite des Bildes ist Prof. Dr. Albrecht Rohrmann zu sehen, der in ein Mikrofon spricht. Lena Bertelmann (M.A.) steht am Rednerpult. Auf der Präsentation im Hintergrund steht "Zukunft bedeutet ... Wege nicht einfach enden zu lassen".

Lena Bertelmann beschäftigte sich mit der laufenden zweiten Projektphase des Inklusionskatasters. Sie ging darauf ein, welche neuen Angebote das Inklusionskataster in der zweiten Projektphase etabliert hat. So verwies sie beispielsweise auf den Newsletter, der seit 2018 erscheint. Außerdem erläuterte sie die Herausforderungen, denen das Inklusionskataster in der Vergangenheit begegnet ist. So sei aufgefallen, dass in Inklusionsprojekten die Begriffe rund um Inklusion sehr unterschiedlich definiert würden. Interessant sei auch, dass Menschen mit Behinderungen zwar an Inklusionsprojekten teilnehmen könnten, aber nicht einbezogen würden, wenn Inklusionsprojekte geplant werden. Außerdem haben sich die Mitarbeiter/innen des Inklusionskatasters gefragt, wie die Informationen auf der Website aktuell gehalten werden können. Auch sei aufgefallen, dass mit dem bisherigen Bewerbungsformular nicht alle Informationen erfragt werden konnten, die für die Analyse von Inklusionsprojekten benötigt werden. Es sei daher notwendig gewesen, im Inklusionskataster in der zweiten Projektphase einige Anpassungen vorzunehmen. So ist das Bewerbungsformular für Inklusionsprojekte überarbeitet worden. Außerdem gibt es ein neues Analyseraster für Inklusionsprojekte: die Projektdarstellungen sind jetzt deutlich prägnanter und haben einen weniger wissenschaftlichen Charakter. Zudem können Inklusionsprojekte dem Inklusionskataster über ein Formular auf der Website Veränderungen in ihrem Projekt mitteilen.

Das Foto zeigt Miriam Düber (M.A.) während ihres Vortrags am Rednerpult. Die Bildpräsentation im HIntergrund zeigt den Titel des Vortrags " Inklusion zwischen radikalem Anspruch und kosmetischen Veränderungen!?"

„Inklusion zwischen radikalem Anspruch und kosmetischen Veränderungen!? Widersprüche in Inklusionsprojekten“ lautete der Titel des Vortrags von Miriam Düber (ebenfalls ZPE, Universität Siegen). Die Präsentation des Vortrags können Sie sich hier anschauen. Miriam Düber erklärte, dass sie den Finger in die Wunde legen und anhand der Erfahrungen aus der ersten Projektphase erläutern wolle, welche Widersprüche im Zusammenhang mit Inklusionsprojekten auftreten können. „Bis Inklusion ganz selbstverständlich und ohne große Mühe gelebt werden kann, ist es in vielerlei Hinsicht noch ein langer Weg. Auf diesem Weg braucht es Menschen, die Zeit, Geld und Kraft darin investieren, Inklusionsprozesse anzustoßen“, so Miriam Düber. „Ist Inklusion als Projekt und durch Projekte zu haben?“, fragt die Referentin. Welches Potenzial haben sie? Welche Grenzen gibt es? In Inklusionsprojekten könne Neues erprobt werden: Sie seien ein Motor für Veränderungen. Es bestehe aber die Gefahr, dass Erfolge nach Projektende verpuffen, da Ressourcen wegbrechen, wenn die Förderung eines Projekts ausgelaufen ist. Und es gebe noch einen zweiten Widerspruch im Zusammenhang mit Inklusionsprojekten, der Inklusion im schlimmsten Fall behindern kann: die Tatsache, dass man sich im Zusammenhang mit Inklusion ausschließlich auf das Merkmal Behinderung konzentriere. Oft werde in den Kategorien behindert/nicht behindert gedacht. Indem man Kategorien benennt, könne man auf bestehende Benachteiligungen hinweisen, indem man sie nicht benennt, könne man dazu beitragen, dass Vielfalt selbstverständlich wird.

Das Foto zeigt Natalie Geese (M.A.) während ihres Vortrags am Rednerpult. Die Bildpräsentation im HIntergrund zeigt den Titel des Vortrags "Das Inklusionskataster NRW unter der Lupe".

In dem letzten Vortrag nahm Natalie Geese (auch ZPE, Universität Siegen) das Inklusionskataster unter die Lupe. Sie stellte erste Ergebnisse einer Online-Befragung vor, die das Inklusionskataster durchgeführt hat. In der Online-Befragung haben Verantwortliche von Inklusionsprojekten aus NRW die Angebote des Inklusionskatasters bewertet. Natalie Geese wies darauf hin, dass die Website des Inklusionskatasters von den befragten Projektverantwortlichen bisher selten genutzt wird, obwohl ein großes Interesse an den dortigen Angeboten besteht. Gleiches gilt für viele der anderen Angebote des Inklusionskatasters wie dem Newsletter und der Veranstaltungen. Die Befragten wünschen sich beispielsweise Veranstaltungen zur Planung und Finanzierung von Inklusionsprojekten, ein ansprechenderes Design für die Website sowie mehr Bilder und weniger Text auf der Website. Die Auswertung der Ergebnisse dauert noch an. Die Ergebnisse werden zum Abschluss des Projektes in einem Evaluationsbericht veröffentlicht.