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VPD – Modellprojekt Inklusion

Kurzdarstellung der Aktivität

Logo des Verbund für Psychosoziale Dienstleistungen
© www.modellprojekt-inklusion.de

Inklusive Weiterentwicklung ambulanter Strukturen und Entwicklung professioneller und bürgerschaftlicher Ressourcen

Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen bzw. Behinderungen oder suchtkranke Menschen leben meist immer  noch als „Bewahrfälle“ in Kliniken (Zwangsunterbringung), in der Obdachlosigkeit oder in desolaten familiären Strukturen. Die Schwere ihrer Erkrankung oder Einschränkung führt oftmals zur Ausgrenzung. Letztlich wird ihre psychische Erkrankung zur Teilhabebarriere, die es abzubauen gilt. Der VPD (Verbund für psychosoziale Dienstleistungen gGmbH) greift die Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention (z.B. Artikel 19) auf und fördert mit dem Modellprojekt Inklusion ein netzwerkorientiertes Beratungsangebot, welches auf die Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen abzielt. Unter Berücksichtigung des Erfahrungswissens von professionell Tätigen in den Bereichen Psychiatrie und Soziale Arbeit und unter Beteiligung des Gemeinwesens soll eine deutliche Verbesserung der Unterstützung von Menschen mit (schweren) psychischen Erkrankungen oder Behinderungen erwirkt werden. Die Idee ist es, das System „von den Schwächsten aus“ weiter zu entwickeln und einen Sozialraum so zu gestalten, dass Prozesse sozialer Ausgrenzung in Zukunft vermieden werden. Hierzu sind eine Anbindung ins Gemeinwesen, die Öffnung verschiedener Angebote und die Kooperationen zwischen Professionellen und lokal Tätigen essentiell. Die inklusive Weiterentwicklung ambulanter Strukturen sowie die Entwicklung professioneller und bürgerschaftlicher Ressourcen, bilden die Grundlagen der Arbeit des Projekts.

Das Projekt orientiert sich zur Erreichung der Ziele an sieben Bausteinen: 1. Verwaltung, Politik und Institutionen, 2. Wohnen, 3. Netzwerkarbeit, 4. Einbezug der Betroffenen und Angehörigen, 5. Einbezug Bürger/innen und Gemeinde, 6. Betroffenen ein Gesicht geben und 7. Tagesstruktur, Beschäftigung. Zur Umsetzung des Projekts wurde eine Personalstelle eingerichtet. Das Anreizprogramm zur Konversion stationärer Wohnangebote und zur Förderung einer inklusiven Sozialraumentwicklung des Landschaftsverbands Rheinland fördert das Projekt. Der räumliche Bezug des Projekts ist der südliche Kreis Mettmann mit den Städten Langenfeld, Monheim und Hilden.

Im Projekt werden Bereiche wie Armut, Behinderung und Ausgrenzung konkret für die Region Mettmann Süd erfasst, um Politik und Verwaltung auf Teilhabebarrieren für psychisch behinderte Menschen aufmerksam zu machen (im Sinne von Art. 8 der UN-BRK) und in mittel- und langfristiger Stadtplanung und Sozialpolitik Maßnahmen zur Inklusion anzustoßen. Strukturelle Verbesserungen in der Zusammenarbeit mit allen professionell Tätigen der Jobcenter, Suchthilfe, Jugendhilfe, Obdachlosenhilfe, LVR-Klinik und gesetzlichen Betreuern/Betreuungsstelle Kreis Mettmann sowie den Bewohnerinnen/n eines Sozialraumes (Stadtviertel der benannten Gemeinden) werden im Projekt angestrebt und umgesetzt.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen im Sozialraum und in der Gemeinde Wohn- und Lebensraum anzubieten und Zugänge zu professionellen Einrichtungen vor Ort zu ermöglichen. Beispielhaft ist der Place to Be: In Langenfeld konnte ein Haus angemietet und in eine Wohngemeinschaft für Betroffene mit zwei Büros umgewandelt werden. So können vorhandene Angebote des Gemeinwesens wahrgenommen und Hilfeleistungen in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus werden Zugänge eröffnet zu Ressourcen, die in der Gemeinde vorhanden sind, z.B. zu Volkshochschul-, Kunst- und Kulturangeboten oder Aktivitäten, die die Gemeinde plant und durchführt

Artikel 19 der UN-BRK sieht die selbstbestimmte Wohn- und Lebensweise von Menschen mit Behinderungen vor. In der Auseinandersetzung mit der Zielsetzung des Projekts geschieht eine Veränderung in der individuellen und gesellschaftlichen Wahrnehmung der betroffenen Gruppen (Art. 8, UN-BRK).