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Potentiale zur Förderung von Inklusion im Bereich Arbeit?!

Laut § 154 des SGB IX sind private und öffentliche Arbeitgeber/innen, die mindestens 20 Arbeitsplätze vorhalten, dazu verpflichtet, wenigstens 5% ihrer Stellen mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Arbeitgeber/innen, die weniger als 20 Beschäftigte haben, sind von dieser Pflichtquote befreit. Wenn die entsprechende Anzahl an zu beschäftigenden schwerbehinderten Menschen nicht erreicht wurde, müssen Arbeitgeber/innen jährlich eine Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt abführen (§ 160 Abs.1, Satz 1 SGB IX). Aus der Ausgleichsabgabe werden hauptsächlich Hilfen zur beruflichen Rehabilitation für schwerbehinderte Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbMs) oder Inklusionsbetrieben finanziert, sie dient aber auch der Unterstützung von Arbeitgeber/inne/n zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Momentan erfüllen viele Arbeitgeber/innen − insbesondere die privaten Arbeitgeber/innen − ihre Beschäftigungspflicht noch nicht. Während der allgemeine Arbeitsmarkt sich insgesamt positiv entwickelt (steigende Beschäftigung und sinkende Arbeitslosenzahlen), hat sich die Beschäftigungssituation in den letzten Jahren für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen trotz weitreichender rechtlicher Rahmenbedingungen nur unwesentlich verbessert. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Schwerbehinderung liegt immer noch fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Behinderungen. Erhebungen, die beispielsweise im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales oder der Aktion Mensch durchgeführt wurden, belegen, dass der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen extrem schwer zugänglich ist.

Oftmals fällt es Menschen mit Behinderungen schwerer, eine ihren Fähigkeiten entsprechende Beschäftigung zu finden. Dass Arbeitgeber/innen trotz Fachkräftemangel und demografischem Wandel häufig davor zurückschrecken, Menschen mit Behinderungen einzustellen, selbst wenn sie mehr als ausreichend oder sehr gut qualifiziert sind, wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die die gleichberechtigte Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verhindern. Neben strukturellen, institutionellen und verfahrensbedingten Hindernissen (z.B. die regionale Arbeitsmarktsituation, unangepasste Arbeitsabläufe in den Betrieben oder Informationsdefizite) spielen auch soziale Barrieren in den Köpfen sowie Unsicherheiten und Vorurteile z.B. hinsichtlich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderungen eine Rolle. 

Dabei ist gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen – nicht nur auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt – seit längerem ein Thema, welches in unserer Gesellschaft sehr präsent ist. Die Möglichkeit, eigenständig einer Beschäftigung nachzugehen, übernimmt wichtige Schlüsselfunktionen wie eine selbstbestimmte Lebensweise, ökonomische Unabhängigkeit, soziale Anerkennung und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Es gibt inzwischen durchaus Beispiele guter Praxis und eine Reihe an Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten, die eine Anstellung von Menschen mit Behinderungen für Arbeitgeber/innen attraktiver machen können. Dazu gehören u.a. Zuschüsse zu den Lohnkosten, finanzielle Hilfen, um Arbeitsplätze an die besonderen Bedürfnisse von Arbeitnehmer/inne/n mit Behinderungen anzupassen, und die Übernahme der Kosten für eine Arbeitsassistenz. Informationen, Beratung und Hilfestellung erhalten sowohl Betroffene als auch Arbeitgeber/innen durch Institutionen wie beispielsweise Behörden, die Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter oder Integrationsämter; Netzwerkkarten und Datenbanken mit Einrichtungen und Ansprechpartner/inne/n stehen inzwischen bei vielen Institutionen online – auch barrierearm – zur Verfügung.   

Private Unternehmen oder der öffentliche Dienst, die die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen übererfüllen und innovative Integrationsmodelle entwickelt haben, berichten – neben allen damit verbundenen Hürden – nicht selten von positiven Erfahrungen, z.B. hinsichtlich Motivation und Verbesserung des Arbeitsklimas. 

Im Inklusionskataster NRW erhalten Sie im Bereich Arbeit einen ersten Einblick in das Thema Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und eine Übersicht über vorhandene Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, einer Ausbildung/Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen. Das Angebot dient als Wegweiser. Sie erhalten Informationen über: 

  • Grundsätzliches zu Begrifflichkeiten, Beteiligten im Feld und Leistungsangeboten

  • rechtliche Grundlagen und gesetzliche Regelungen mit Verweisen 

  • relevante Einrichtungen und Ansprechpartner/innen 

  • Förderprogramme und Modellprojekte.

Alle Datenbanken und Linksammlungen sind in gebündelter Form zielgruppenorientiert nach Arbeitnehmer/inne/n, Auszubildenden und Arbeitgeber/inne/n aufbereitet und geordnet. Dort finden Sie auch Hinweise zu Filmmaterialien oder barrierefreien Infoportalen im Internet. Zusätzlich zu den allgemeinen und rechtlichen Informationen werden Beschäftigungsmodelle wie die Unterstützte Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in Inklusionsbetrieben oder in WfbMs aufgezeigt, oder Maßnahmen zur Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt durch die WfbM.

Ferner erhalten Sie Einblicke in Beispiele guter Praxis in Form von Projekten oder Betrieben, die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt bereits erfolgreich umsetzen konnten. In unserer Infothek finden Sie die wichtigsten Links noch einmal zusammengefasst. 

Falls Sie selbst eine (Schwer-)Behinderung haben oder  Sie jemanden mit Behinderung kennen, der eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle sucht, erhalten Sie in unserem Bereich Für Arbeitnehmer Informationen und nützliche Verlinkungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und zu Möglichkeiten der beruflichen Inklusion.

Falls Sie Arbeitgeber/in sind und sich über die Beschäftigung von Arbeitnehmer/inne/n mit Behinderung, Beratungsmöglichkeiten oder Möglichkeiten finanzieller Förderung informieren möchten, finden Sie hier alle nützlichen Informationen und Adressen, damit Sie sich an die entsprechenden Stellen wenden können.

Wir weisen darauf hin, dass wir ein reines Informationsportal sind. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu gewährleisten, geben wir eine Übersicht von Einrichtungen oder Institutionen, auf die wir weiter verweisen. Dort finden Sie die Hinweise und Datenbanken mit Einrichtungen, Beratungsstellen und Ansprechpartner/inne/n vor Ort.