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Offenes Atelier

Kurzdarstellung der Aktivität

Flüchtlinge, Menschen mit Unterstützungsbedarf und interessierte Besucher bei der künstlerischen Arbeit im „Offenen Atelier“
© www.diakonie-michaelshoven.de

Inklusion über Theater, Erlebnispädagogik und Kunst

Im Bereich Kunst und Kultur gibt es – insbesondere für Menschen mit Behinderungen – wenig Angebote, die für alle Menschen zugänglich sind und die Möglichkeit bieten, kreativ tätig zu sein. Dementsprechend haben Menschen mit und ohne Behinderung nur wenige Gelegenheiten, um in einen gemeinsamen Austausch zu kommen und kulturelle Erlebnisse miteinander zu teilen. 

An dieser Stelle knüpfen die Kunstlehrerin Brigitte Maxrath-Enger und die freie Mitarbeiterin Annette Ronicke an und initiierten in den vergangenen Jahren verschiedene inklusive Projekte in den Bereichen Theater, Erlebnispädagogik und Kunst. Anfang 2015 entstand im Berufskolleg Michaelshoven die inklusive Malgruppe mit dem Thema „Intuitives Malen“ als freiwilliges Angebot für interessierte Studierende. Zu den teilnehmenden Studierenden des Berufskollegs und der Fachhochschule Köln stießen auch Menschen mit Behinderungen aus einer stationären Wohngruppe, zwei Klient/inne/n des Betreuten Wohnens der dia.leben Michaelshoven gGmbH, eine Bewohnerin des Grete Maria Schütz Hauses in Weiß (Wohnhaus der Lebenshilfe) und interessierte Menschen aus Köln-Sürth und Umgebung. Das Projekt stieß bei allen Beteiligten auf sehr großen Anklang, sodass die Verantwortlichen die Malgruppe zu einem offenen Atelier als Begegnungsmöglichkeit für alle Interessierten hin ausweiteten. Die Projektleiter/innen luden auch geflüchtete Personen aus einer Notunterkunft in der Nähe zum offenen Atelier ein. Dort setzen sie gemeinsam mit Studierenden, ehrenamtlichen Helfer/inne/n, Nachbar/innen und Menschen mit Unterstützungsbedarf ihre künstlerischen Projekte um. Das Atelier ist seit Projektbeginn regelmäßig einmal in der Woche für zwei Stunden geöffnet. 

Das Berufskolleg Michaelshoven für soziale Berufe ist in der Trägerschaft der Diakonie Michaelshoven. Es befindet sich im Kölner Süden, wo es an die Stadtteile Rodenkirchen und Sürth angrenzt. Mit der Gründung des „Offenen Ateliers“ möchten die Projektverantwortlichen sowohl auf die Situation von Menschen mit Behinderungen als auch auf die Flüchtlingssituation reagieren. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem unterschiedliche Menschen die Möglichkeit erhalten, gemeinsam in ihrer Freizeit kreativ tätig zu sein. Des Weiteren entsteht im offenen Atelier bei Kaffee und Tee ein Begegnungsraum, der zum Austausch anregt. Die Teilnehmer/innen bauen hier Berührungsängste, aber auch sprachliche und einstellungsbedingte Barrieren ab. Alle Teilnehmer/innen können ihre individuellen Ressourcen und Stärken einbringen. Sie erleben sich als Teil einer Gemeinschaft und können selbstwirksam sein (Empowerment). Studierende erfahren einen Theorie-Praxis-Transfer in der sozialen Arbeit. Die Stiftung der Diakonie finanziert das Projekt, gleichzeitig führen verschiedene Ausstellungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit zu weiteren Spenden.

Das Angebot richtet sich an Bewohner/innen aus Michaelshoven und Interessierte aus der Umgebung. Dadurch nehmen sowohl Menschen mit und ohne Behinderungen teil (z.B. Bewohner/innen der Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen oder Nachbar/innen) als auch Studierende des Berufskollegs und geflüchtete Personen.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen und die Barrieren so gering wie möglich zu halten, gibt es Einladungen zum Offenen Atelier in Leichte Sprache, Farsi und Arabisch. Die Aushänge wurden nicht nur in der Notunterkunft angebracht, Dolmetscher/innen informierten die Bewohner/innen zusätzlich. Die Projektleiter/innen veröffentlichten die Einladung in Leichter Sprache im Freizeitkalender der Diakonie Michaelshoven. Darüber hinaus luden sie verschiedene Menschen auch mündlich ein. Im April 2016 nahm das Offene Atelier an einer Ausstellung im Rahmen der Rodenkirchener Kunstmeile teil. Das Projekt soll weiter fortlaufen und das Atelier an mehreren Tagen die Woche geöffnet haben.

Das Projekt leistet einen Beitrag zu Artikel 30 der UN-BRK (Teilhabe am kulturellen Leben, Erholung, Freizeit und Sport), indem es Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit gibt, „ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen, nicht nur für sich selbst, sondern auch zur Bereicherung der Gesellschaft.“(Artikel 30, Absatz 2 UN-BRK). Menschen mit Behinderungen können im Projekt - gleichberechtigt mit anderen - am kulturellen Leben teilnehmen, und erhalten Zugang zu kulturellem Material in zugänglichen Formaten. Zudem trägt das Offene Atelier zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Gesellschaft bei (Artikel 8 UN-BRK).

Ansprechpartner/in

Berufskolleg Michaelshoven

Brigitte Maxrath- Enger

Pfarrer-te-Reh-Str. 7
50999 Köln
Tel: 0163-2338676

Email: maxrath@remove-this.gmx.net

Lebensbereich

  • Bildung
  • Freizeit
  • Kultur
  • Bürgerschaftliches Engagement
  • Kommunikation und Interaktion

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.