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Die Schwarzlichtreporter

Kurzdarstellung der Aktivität

Teilnehmer in Schwarzlichtaktion.

Bestehende Freizeit- und Kulturangebote schließen häufig Kinder und Jugendliche mit Behinderungen aus. Deshalb gibt es in diesem Bereich nur wenig Berührungspunkte zwischen Kindern mit und ohne Behinderungen. Daraus entstehen nicht selten Vorurteile gegenüber der jeweils anderen Personengruppe. Darüber hinaus ist die gleichberechtigte Teilhabe an Angeboten für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen eingeschränkt.

Die Jugendreferentin der Evangelischen Kirchengemeinde Herzogenrath Dorothea Schui führt bereits einige Jahre Theaterprojekte mit Schwarzlicht für Kinder und Jugendliche durch. Im Frühjahr 2015 hat bei einem dieser Projekte das erste Mal ein Kind mit Downsyndrom teilgenommen.

Damit die Kinder selbst sehen konnten, wie ihr Schwarzlichtspiel wirkt, wurde es mit dem Handy gefilmt. Dadurch entstand die Idee, ein neues, inklusives Medienprojekt zu entwickeln, bei dem die Kinder selbst filmen und Medienkompetenz erwerben können. Um Drehbuch, Aufnahme und Schnitt kümmerten sich die Kinder selbst. So entstand das Projekt Die Schwarzlichtreporter. Die Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen sollten mit ihren individuellen Voraussetzungen und Fähigkeiten daran teilhaben, einen Film als Gemeinschaftsleistung der Gruppe entstehen zu lassen.

Der erste Teil des Projekts fand im Herbst 2015 statt, der zweite Teil folgte ein Jahr später im Herbst 2016. Das Projekt fand jeweils für eine Woche in den Herbstferien statt. Im evangelischen Lukas-Gemeindezentrum in Herzogenrath-Kohlscheid trafen sich die Teilnehmenden zur gemeinsamen Arbeit an dem Filmprojekt. Zu den gemeinsamen Arbeiten zählten der eigentliche Filmdreh, Filmszenen (u.a. mit Schwarzlicht) künstlerisch umzusetzen und zu visualisieren, Materialien am PC zuzuschneiden und Redaktionssitzungen. Abgesehen davon, haben sich die Kinder gegenseitig zu ihren Erlebnissen während der Dreharbeiten interviewt. Spielen und Ruhepausen in einem separaten Raum gehörten genauso dazu, wie gemeinsame Mahlzeiten, welche die Eltern zubereitet haben. Das Projekt hat alle Kinder gleichermaßen in die Gestaltung mit einbezogen. Sie alle konnten ihre eigenen Ideen einbringen und kreativ umsetzen. Bei der Auswahl der Themen und der verschiedenen Rollen (Kamerafrau/mann, Regisseur/in, Schauspieler/in etc.) waren alle gleichberechtigt beteiligt und konnten selbstbestimmt entscheiden. Das Projekt berücksichtige die individuellen Voraussetzungen und Grenzen der teilnehmenden Kinder zum Beispiel durch 1:1-Betreuungen oder ausreichende Spiel- und Ruhepausen. Am letzten Tag fand die Filmpremiere für die Eltern und Gäste, die die Kinder mit einer selbstgemalten Kinokarte eingeladen hatten, statt.

Im Herbst 2015 nahmen an dem von Frau Schui geleiteten Projekt zwei Kinder mit Downsyndrom, vier Kinder ohne Behinderungen und drei Jugendliche ohne Behinderungen teil. Die Kirchengemeinde und ihre Vertreter/innen boten die Rahmenbedingungen wie die Räumlichkeiten. Auch die Eltern waren eng eingebunden und sorgten persönlich für die Mahlzeiten. Im Rahmen einer Ausstellung würdigten Vertreter/innen des Kirchenkreises die Künstler/innen und ihren entstandenen Film in der Öffentlichkeit.

In der Öffentlichkeit stieß das Projekt – besonders auch der entstandene Film – auf großes Interesse. Z.B. erschienen in der Regionalpresse Berichte (Titelseite des Supersonntag und in der überregionalen Zeitschrift Chrismon Rheinland). Auf den Blogseiten des Netzwerks NIMM sowie auf den Webseiten des Kirchenkreises Aachen und der Evangelischen Kirchengemeinde Herzogenrath war ausführlich darüber zu lesen. Der TV Lernsender NRWision hat den entstandenen Film mehrfach ausgestrahlt. Darüber hinaus haben mehr als hundert kleine und große Besucher/innen der Ausstellung „sichtbar“ den Film gesehen und waren begeistert von den Darsteller/inne/n und Kameraleuten.

Die Öffentlichkeitsarbeit verstärkte insbesondere das Bewusstsein für Inklusion in der Gemeinde. Aufgrund der Erfahrungen, die mit dem Projekt gemacht wurden, gestaltet die Gemeinde seither auch weitere Angebote bewusst inklusiv. Insbesondere in andere Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit (z.B. Krippenspiel, Ferienspiele, kirchlicher Unterricht) bindet die Gemeinde nun Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ein, wo dies vorher noch nicht möglich war.

In den Jahren 2016 und 2017 setzte Frau Schui weitere Projekte um. Die Kirchengemeinde hat die Projekte jeweils finanziert, darüber hinaus gab es für die Teilnahme eine Gebühr von 15€. Ehrenamtliche Helfer/innen unterstützten Frau Schui jeweils bei den Projekten.

Das inklusive Medienprojekt „Die Schwarzlichtreporter“ ermöglichte es Kindern mit Behinderungen ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen und Freizeitaktivitäten in der Gemeinschaft mit Kindern ohne Behinderungen zu erleben (Artikel 30, UN-BRK). Sowohl die gemeinsam verbrachte Freizeit als auch die Selbsterfahrungen im Projekt, haben dazu beigetragen Kinder und Jugendliche für einander zu sensibilisieren und „Barrieren im Kopf“ abzubauen. Außerdem schuf das Projekt ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit für die Belange und Interessen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen (Artikel 8, UN-BRK).

Ansprechpartner/in

Evangelische Kirchengemeinde Herzogenrath
Dorothea Schui (Jugendreferentin)
Geilenkirchener Str. 41
52134 Herzogenrath

Tel: 0151 1444 8964
Email: Dorothea.Schui@remove-this.web.de

Lebensbereich

  • Bildung
  • Freizeit
  • Kultur
  • Bürgerschaftliches Engagement
  • Kommunikation und Interaktion

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.