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Radio 4you

Unbehindert Radio machen

Kurzdarstellung der Aktivität

Mischpult im Studio

Radio 4you ist ein Projekt der Lebenshilfe Duisburg  im Medienforum Duisburg e.V., welches seit 2002 besteht. Es ermöglicht Menschen mit und ohne Behinderung miteinander ins Gespräch zu kommen. Zurzeit besteht die Redaktion aus zehn Personen mit geistigen und psychischen Behinderungen. Die Lebenshilfe Duisburg veranstaltet das Angebot und das Medienforum Duisburg e.V. ermöglicht die medienpädagogische Qualifizierung der Gruppe. Aus diesem Grund nutzen das Angebot bisher insbesondere Menschen mit Behinderung, eine Teilnahme steht jedoch grundsätzlich allen Interessierten offen. Zudem engagieren sich auch viele Ehrenamtliche ohne Behinderung im Rahmen des Projektes (z.B.: als Studiogäste, Interviewpartner/innen oder Unterstützer).

Das Redaktionsteam trifft sich monatlich in ganztägigen Workshops in den Räumlichkeiten des Medienforums Duisburg e.V. sowie anlassbezogen außerhalb. Der Verein betreibt eine Radiowerkstatt, in der unterschiedliche zivile (Interessens-) Gruppen in ihrer Freizeit Radiobeiträge produzieren. „Am Radio machen Interessierte“ werden im Medienforum Duisburg seit über zwei Jahrzehnten begleitet und qualifiziert, um Bürgerfunksendungen zu entwickeln.
Dort entstehen durch die Radiogruppe „Radio 4you“ jedes Jahr mehrere Sendungen, die im Lokalfunk/Bürgerfunk ausgestrahlt werden. Dabei gibt es keine festen Sendetermine. Das Team entwickelt gemeinsam Themen, wobei ihm keinerlei Grenzen gesetzt sind. Das Radioprojekt lebt von der Diversität der Sendethemen und Gesprächspartner. Kulturschaffende, Sportler, Politiker, Wissenschaftler kommen zu Wort. Lokale Initiativen und Vereine stellen sich vor und lernen sich kennen.

Die Moderation, Umfragen und Interviews werden von den Redakteur/inn/en selbstständig gesprochen. Ziel des Projektes ist es nicht zuletzt, dass Menschen mit Behinderung aktiv an öffentlichen Diskursen beteiligen und sich einmischen. So geht es in Beiträgen auch immer wieder um die Sensibilisierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Beispielsweise wurde  kurz vor einer anstehenden politischen Wahl ein Kandidat dazu befragt, was er plant, um die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung zu verbessern, ebenfalls interviewte das Team  die Leiterin einer privaten Musikschule inwieweit sie auch Menschen mit Lernschwierigkeiten unterrichten würde oder einen Wissenschaftler der Mathematik von der Uni Duisburg-Essen, der  in einfachen Worten die Inhalte seiner Doktorarbeit erläutern sollte.

Durch die aufsuchende Arbeit des Redaktionsteams kommt es zu zahlreichen Begegnungen im öffentlichen Raum und zu kritischen Diskussionen, die sonst wahrscheinlich nicht entstanden wären.

Die Gruppe beteiligt sich zudem an vielfältigen anderen Veranstaltungen und Projekten und pflegt zahlreiche Kooperationen. So beteiligt sich das Team seit 2013 beispielsweise am „Tag des Dialogs“  als Gastgeber. Stadtweit kommen an diesem Aktionstag unterschiedliche Vereine und Initiativen zusammen, um sich kennen zu lernen und austauschen (siehe: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/netzwerken-beim-tag-des-dialogs-in-duisburg-id10019546.htmlwww.aric-nrw.de/dialog/ ;  http://www.wir-sind-du.de/category/tag-des-dialogs/ ).

Die Idee zum Projekt entwickelte Tarek Lababidi, Diplom Pädagoge und Projektentwickler bei der IMBSE GmbH. Im Rahmen eines Freizeitangebotes, welches er begleitete, begannen die Teilnehmer/in/nen spontan, sich gegenseitig zu interviewen, woraus  die Idee für ein medienpädagogisches Projekt entstand.

Ermöglicht wird das Projekt durch die Lebenshilfe Duisburg und das Medienforum Duisburg, zwischenzeitlich erfolgte eine Förderung durch die Aktion Mensch.

Menschen mit und ohne Behinderung kommen im Rahmen des Projektes über das Medium Radio ins Gespräch und bewegen sich im öffentlichen Raum. Die Redakteure stellen Fragen und reflektieren ihre Begegnungen. Mit der Produktion und Ausstrahlung der Sendungen tragen sie zur Meinungsbildung bei und werden zu einem sichtbaren/hörbaren Teil unserer Öffentlichkeit. Mit Interviewpartner/inne/n und Studiogäste/n entstehen neue Beziehungskontexte.

Das Projekt leistet somit einen wichtigen Beitrag zur freien Meinungsäußerung von Menschen mit Behinderung (Art. 21 UN-BRK), zur Teilhabe an Bildung (Art. 24), am politischen und öffentlichen Leben (Art. 29) und am kulturellen Leben (Art. 30). Zudem wirken sich die Beiträge bewusstseinsbildend aus (Art. 8).