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Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V.

Kurzdarstellung der Aktivität

Blick auf eine grüne Wiese mit vielen Menschen, die freundlich in die Kamera winken. Fußgänger und Rollstuhlfahrer, Mundsprecher und unterstützt sprechende Menschen zusammen.
© gesellschaft-uk.de

Ein wesentlicher Faktor für Selbstbestimmung und Teilhabe sind Möglichkeiten zur Kommunikation und die Verständigung mit der Umwelt. Durch den Einsatz von Unterstützter Kommunikation (UK) können Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen eine erhebliche Verbesserung ihrer Verständigung erreichen. Dabei kommt eine große Vielfalt von alternativen Kommunikationsmitteln zum Einsatz: UK-Nutzer/innen sprechen zum Beispiel mit Sprachcomputern und Tablets, Gebärden, Symbol-Karten und Tafeln, mit individueller Mimik und Gestik, ABC-Tafeln und Kommunikationsassistenz. Häufig werden verschiedene Möglichkeiten kombiniert. UK geht in ihrem Grundsatz davon aus, dass jeder Mensch ein Bedürfnis nach und ein Recht auf Kontakt und Kommunikation hat. In der UK werden ausgehend von den aktuellen Kompetenzen eines Menschen individuelle Maßnahmen für eine bessere Verständigung und mehr Mitbestimmung im Alltag entwickelt. Es können so z.B. Gebärden, Objekte, grafische Symbole und technische Hilfen zum Einsatz kommen. Das Ziel von UK ist es, eine möglichst unabhängige und effektive Kommunikation im Alltag zu ermöglichen.

Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene Informationsaustausch und Zusammenarbeit bzgl. Unterstützter Kommunikation zu ermöglichen. Gegründet 1990 als deutschsprachige Sektion der International Society for Augmentative and Alternative Communication (ISAAC; dt.: Internationale Gesellschaft für ergänzende und alternative Kommunikation), zählt der gemeinnützige Verein mit Geschäftsstelle in Köln heute ca. 1.800 Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz und wird durch den Vorstand in enger Zusammenarbeit mit Vertreter/innen verschiedener Regionalgruppen, Kommissionen und Arbeitskreise geleitet. Außerdem gibt es einen wissenschaftlichen Beirat. Die Mitgliederstruktur des Vereins ist dabei vielfältig: so arbeiten Wissenschaftler/innen, Logopäd/innen und (Sprach-)Therapeut/innen, Studierende, Lehrer/innen, unterstützt kommunizierende Menschen aller Altersgruppen sowie Angehörige im Verein zusammen.

Das Angebot der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. ist breit aufgestellt und bietet u.a. aktuelle Informationen über Fachliteratur, Zeitschriften und Rundbriefe zum Thema UK. Die Gesellschaft veröffentlicht auch selbst (Informationsmaterial, eine Zeitschrift, ein Handbuch) zum Thema UK und bündelt auf ihrer Internetpräsenz (s.o.) viele hilfreiche Links, Informationen und Materialien zum Thema. Außerdem führt die Gesellschaft Fortbildungen und Referententagungen zum Thema UK durch, setzt sich für die Etablierung von UK in Lehr- und Ausbildungsplänen ein, hilft dabei, das Beratungsstellenangebot auszubauen, leistet Öffentlichkeitsarbeit und trägt zur Bewusstseinsbildung für die Belange unterstützt kommunizierender Menschen bei.

Der Verein vertritt in allen seinen Aktivitäten den Grundsatz, dass gelingende Inklusion bewusste und konkrete Chancen für Mitbestimmung und Mitgestaltung braucht und versucht dies auch in den Vereinsstrukturen zu etablieren: Zwei Sitze im ehrenamtlichen Vorstand dürfen laut Satzung ausschließlich mit unterstützt kommunizierenden Menschen besetzt werden. Außerdem wird der Vorstand ab November 2017 durch ein/en Beisitzende/n für Eltern und die Familienangehörigen von unterstützt kommunizierenden Menschen ergänzt. Damit sollen möglichst unterschiedliche Gruppen des Vereins durch den Vorstand repräsentiert werden und die Entscheidungen im Verein mittragen. In der Zeitschrift „Unterstützte Kommunikation“ des Vereins wird außerdem eine Rubrik von unterstützt kommunizierenden Menschen selbst redaktionell geführt. Einmal jährlich findet eine gemeinsame Fortbildung der Referent/innen mit und ohne Behinderungen statt. Sämtliche Fortbildungen, welche der Verein anbietet und durchführt, sollen von Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam durchgeführt werden. In lokalen „Talkertreffen“, Webinaren, Workshops usw., in denen das „Mundsprechen“ verboten ist und die von unterstützt kommunizierenden Menschen moderiert werden, entstehen Räume, die Selbstvertretung und Empowerment für Menschen mit Behinderungen ermöglichen.

Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. wurde bereits vor 27 Jahren gegründet und ist somit deutlich älter als die UN-Behindertenrechtskonvention. Nichtsdestotrotz bezieht sich der Verein in seinen Aktivitäten auf die UN-BRK, insbesondere auf Artikel 2: Begriffsbestimmungen (auf die hierin enthaltenen Definitionen von Kommunikation und Sprache), außerdem auf Artikel 4: Allgemeine Verpflichtungen – hier insbesondere auf i) Schulung von Fachkräften – auf Artikel 8: Bewusstseinsbildung, auf Artikel 9: Zugänglichkeit, auf Artikel 19, b): Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft, auf Artikel 21: Recht der freien Meinungsäußerung, Meinungsfreiheit und Zugang zu Informationen, auf Artikel 22, Abs. 1: Achtung der Privatsphäre, auf Artikel 24, Abs. 3 und 4: Bildung sowie auf Artikel 26: Habilitation und Rehabilitation.

Bei der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. handelt es sich um einen großen Verein, der sowohl international vernetzt ist als auch in ganz Deutschland und im deutschsprachigen Ausland aktiv ist. Dennoch geht der Gemeinwesensbezug nicht verloren. Die meiste Vereinsarbeit findet dezentral durch engagierte Menschen vor Ort im Gemeinwesen statt, die dort Treffen und Veranstaltungen organisieren und als Ansprechpartner für unterstützt kommunizierende Menschen fungieren. Auf diese Weise entstehen viele kleine, lokale, unterschiedliche Einzelprojekte und Kooperationen mit örtlichen Einrichtungen wie Schulen, logopädischen Praxen, Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen usw. 

Lebensbereich

  • Bildung
  • Unterstützung
  • Kommunikation und Interaktion

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.