Herne - Steckbrief zum kommunalen Planungsprozess zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Name der Kommune (Stadt/Gemeinde oder Kreis):

Stadt Herne

Wie ist es zu dem Planungsprozess in der Kommune gekommen?

Es war den Wunsch der Politik und des Beirates für die Belange von Menschen mit Behinderungen, einen städtischen Inklusionsplan zu erstellen. Durch Beschluss des Rates der Stadt Herne vom 06.05.2014 wurde die Erarbeitung des Inklusionsplans beschlossen.

Bei wem liegt die Hauptverantwortung für die Organisation des Planungsprozesses?

Die Hauptverantwortung für den Planungsprozess lag beim damaligen Fachbereich Stadtentwicklung (FB 22). Zuständiger Ansprechpartner war Herr Klaus Marquardt.

Jetzt liegt die Hauptverantwortung bei der Inklusionsbeauftragten.

Welchen Schwerpunktbereichen widmen sich die Planungsaktivitäten?
  • Inklusive Gestaltung von Bildungseinrichtungen und anderen Einrichtungen für die Allgemeinheit
  • Gestaltung einer barrierefreien Infrastruktur
  • Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung
  • Partizipation und Beteiligungsstrukturen
  • Arbeit und Beschäftigung
  • Wohnen und Nahversorgung
  • Kultur, Sport, Freizeit
Welche Gremien und Arbeitsgruppen sind/waren zentral für den Planungsprozess?
  • prozessbezogene Arbeitsgruppen (z.B. Steuerungs-/Lenkungsgruppe) verwaltungsinterne Arbeitsgruppen
  • Interessenvertretungen für Menschen mit Behinderung / Selbsthilfe
  • AG Wohlfahrtspflege
  • Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG)
Inwiefern werden/wurden die Information und Beteiligung der Bevölkerung im Prozess sichergestellt?

Durch eine Auftaktveranstaltung am 25.09.2015, die in der regionalen Presse angekündigt wurde und sich daran anschließende Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen/Handlungsfeldern.

Welche Erfahrungen gibt/gab es mit der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen im Prozess?

Es wurden sehr gute Erfahrungen mit der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen gemacht, da diese ihre eigenen Erfahrungen und Blickwinkel im alltäglichen Leben beisteuern und konkrete Vorschläge mit Lösungsansätzen einbringen konnten. Die beteiligten Personen waren sehr motiviert und engagiert.

Welche örtlichen Besonderheiten der Kommune haben sich auf die Herangehensweise und Struktur der Planung besonders ausgewirkt?

Bei der Stadt Herne handelt es sich um eine Kommune, in der die Selbsthilfe mit mehr als 100 Selbsthilfegruppen bereits sehr stark engagiert und gut vernetzt ist. Insofern war es förderlich, die dortigen Akteurinnen und Akteure zu akquirieren und zu aktivieren.

Was gelingt in der Kommune hinsichtlich der Umsetzung von Maßnahmen (besonders) gut? Was bereitet (besondere) Schwierigkeiten?

Gut gelingt die Partizipation von Menschen mit Behinderungen in inklusive Planungsprozesse, die Einrichtung von Praktikums- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen bei der Stadt Herne, die Schaffung einer barrierefreien Infrastruktur, die Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung, die Planung und Durchführung von inklusiven Sport-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen, Veröffentlichung von Informationen in Leichter Sprache, die Quartiersarbeit etc.
Schwierigkeiten bereitet das Thema barrierefreier Wohnraum in Herne, da es nicht genügend bezahlbaren Wohnraum für Rollstuhlfahrer*innen und mobilitätseingeschränkte Menschen gibt.

Tipps für Kommunen, die ebenfalls einen Planungsprozess aufnehmen wollen:

Eine erfolgreiche Erstellung, aber auch die Umsetzung eines Aktions-/Inklusionsplans erfordert ausreichend Personal mit umfassenden Handlungskompetenzen. Deshalb ist es wichtig, dass das Thema Inklusion von der obersten Führungsebene getragen wird und eine sehr hohe Priorität hat. Es ist in jedem Fall hilfreich, professionelle Unterstützung durch ein externes Unternehmen/Büro in Anspruch zu nehmen, da diese über einen gesamtheitlichen Überblick und besondere Erfahrungswerte verfügen. 

Ansprechperson zum Planungsprozess:

Fachbereich Soziales - Inklusionsbüro
Kerstin Fischer-Friedhoff (Inklusionsbeauftragte)
Hauptstraße 241, 44649 Herne

Tel.-Nr.: 02323/16-3451
E-Mail: kerstin.fischer-friedhoff@herne.de

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