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Wach?

Ein Theaterstück mit und für hörende und gehörlose Menschen

Kurzdarstellung der Aktivität

Im Theaterstück "Wach?" von Wera Mahne ist mitunter der Schauspieler Rafael-Evitan Grombelka zu sehen. Er philosophiert in performativer Gebärdensprache über kindliche Ängste und Zukunftsträume,welche in Form von Astronauten und Monstern im Bühnenbild ers
©Christian Herrmann

Viele Menschen mit Behinderungen können aufgrund ihrer Behinderungen sowie dem Mangel an barrierefreien Freizeit- und Kulturangeboten nicht selbstverständlich an kulturellen Angeboten teilnehmen. In einer schwierigen Situation befinden sich insbesondere Menschen mit Hörbehinderungen. Dies liegt unter anderem daran, dass aufgrund der sprachlichen Barriere ein Austausch schwierig ist. Barrierefreie Kommunikation z.B. durch Gebärdensprachdolmetscher/innen oder alternative Kommunikationsformen wie z.B. eine künstlerische Darbietung können für gehörlose und schwerhörige Menschen der Schlüssel für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und an der Gemeinschaft sein. Das Projekt „Wach?” war eine Theaterproduktion am Forum Freies Theater (FFT) in Düsseldorf, in der hörende und gehörlose Schauspieler/innen gemeinsam auf der Bühne standen. Dabei verwendeten die Künstler/innen Gebärden- und Lautsprache gleichwertig nebeneinander.

Das FFT ist ein Produktions- und Veranstaltungsort für professionelles freies Theater in Düsseldorf. Mit „Wach?“ haben die Akteure am FFT das Anliegen verfolgt, neue ästhetische Wege für ein inklusives Kinder- und Jugendtheater zu beschreiten. Für gehörlose Menschen wurde das FFT Düsseldorf zu einem Ort, der für sie frei zugänglich ist und Theater gleichberechtigt erlebbar machte.

Wera Mahne, Regisseurin am FFT, war im Herbst 2014 als NRW Nachwuchs-Stipendiatin für freies Kinder- und Jugendtheater am FFT Düsseldorf tätig und entwickelte in dieser Zeit die Projektidee für „Wach?“. Sie forschte an der Frage, wie künstlerische Mittel den Diskurs einer inklusiven Gesellschaft aufgreifen können. Durch die intensive dramaturgische Zusammenarbeit während des NRW-Stipendiums war das FFT maßgeblich an der Projektentwicklung beteiligt.

Das zentrale Ziel des Projektes war es, ein Theatererlebnis zu realisieren, das gehörlose und hörende Schauspieler/innen gleichberechtigt gestalten und einen gemeinsamen Erfahrungsraum für hörende und gehörlose Zuschauer/innen bietet. Ästhetische Mittel sollten zur Versuchsanordnung eines Miteinanders werden und Fragen der Gemeinschaft zwischen Hörenden und Gehörlosen stellen.

Das Theaterensemble, das Wera Mahne federführend leitete, bestand aus hörenden und gehörlosen Akteur/inn/en sowie Schauspieler/inne/n, die ihre Tätigkeit als Gebärdensprachdolmetscher/innen oder Gebärdenpoet/inn/en einfließen ließen. Des Weiteren beteiligten sich auch eine Choreografin und Performerin, ein Visual Artist und eine Bühnen- und Kostümbildnerin an der Produktion. Regisseurin und Kulturwissenschaftlerin Wera Mahne inszenierte das Theaterstück und beteiligte Kinder als direkte Ideen- und Feedbackgeber/innen. Während der Entstehungszeit und den Recherchen arbeitete sie mit hörenden und gehörlosen Kindern aus Düsseldorfer Schulen zusammen, die als aktive Teilnehmer/innen ihre Träume, Wünsche und Ängste in das Theaterstück einbringen konnten. Zudem betrieb das Projekt viel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (z.B. in (Fach-)Zeitschriften, sozialen Netzwerke und im Internet) und spannte ein Netzwerk zwischen verschiedenen Akteuren der Kultur- und Gehörlosen-Szene in Düsseldorf auf. Das FFT kooperierte im Rahmen von „Wach?“ unter anderem mit dem Integrationsfachdienst, Düsseldorfer Schulen und der Gehörlosen-Gemeinschaft Düsseldorf.

Das Projekt inszenierte Gebärdensprache durch eine ästhetisch-künstlerische Umsetzung in Form von Tanz und Bewegung „alltagstauglich“ und sensibilisierte die Öffentlichkeit für Gebärdensprache. Damit erfüllte das Projekt eine bewusstseinsbildende Funktion (Artikel 8, UN-BRK). Zudem wurde die gleichberechtigte Teilhabe an Freizeit- und Kulturaktivitäten gefördert (Artikel 30, UN-BRK).

Nach der Theaterproduktion „Wach” hatte das zweite Bühnenstück mit dem Titel „FLIRT” Anfang 2018 seine Premiere.

Lebensbereich

  • Freizeit
  • Kultur
  • Partnerschaft und Familie
  • Kommunikation und Interaktion

Allgemeine Informationen und Materialien

    Das Theaterstück kann für Gastspiele gebucht werden, um auch in anderen Städten für gehörlose und schwerhörige Kinder und Erwachsene zugänglich zu sein. Bei Interesse an weiterem Informationsmaterial wenden Sie sich bitte an die angegebenen Kontaktdaten.

      Bildrechte

      Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.