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Under Construction

Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Jugendliche tanzen in blauen Tanzsäcken, so sehen alle gleich aus.
© agot-nrw.de

Dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oft immer noch nicht gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, ist keine neue Erkenntnis mehr. Dies gilt leider auch immer noch für einige Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, wenngleich viele Angebote auch – teilweise mit Hindernissen – bereits für alle zugänglich sind. Die verantwortlichen Träger können ihre Angebote oft nicht für alle Kinder und Jugendlichen planen, auch wenn der Wunsch besteht. Dies liegt z.B. daran, dass bereits konkurrierende, bestehende Angebote exklusiv für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen existieren, oder auch daran, dass planerische Kompetenzen fehlen. Träger der Jugendhilfe einerseits und Träger der Behindertenhilfe andererseits stehen hier vor der Herausforderung, ihre Angebote zu kombinieren und zu vernetzen, um so dem Anspruch der Inklusion gerecht werden zu können und gemeinsame Angebote für alle Kinder und Jugendlichen vorhalten zu können. Das eineinhalbjährige Projekt (Laufzeit November 2013 bis März 2015) Under Construction wollte hier Abhilfe leisten und Inklusion für alle Kinder und Jugendlichen erleb- und erfahrbar werden lassen. An der inhaltlichen Gestaltung des Projektes beteiligt waren alle fünf großen Landesorganisationen der Jugend- und Jugendsozialarbeit in NRW („Arbeitskreis G5“):

Finanziert wurde das Projekt dabei durch Mittel des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW (MFKJKS NRW).

Der Projekttitel „Under Construction“ bringt bereits die Ausgangsüberzeugung der Projektinitiatoren zum Ausdruck: Inklusion in der Kinder-, Jugend- und Jugendsozialarbeit befindet sich in einem Umbau- und Weiterentwicklungsprozess, es ist aber großes Potenzial für eine inklusivere Praxis im gesamten Feld erkennbar. Konkret ging es im Projekt um die Entwicklung und anschließende Umsetzung inklusiver Praxisprojekte sowie um die Durchführung eines auf diese Projekte zugeschnittenen begleitenden Fortbildungs- und Qualifizierungsprozesses. Insgesamt entstanden 15 verschiedene Einzelprojekte von Trägern aus ganz Nordrhein-Westfalen, die alle einem der fünf genannten Landesorganisationen angehören.

Zielgruppen des Projektes waren die Mitgliedsorganisationen und –verbände der fünf großen Landesorganisationen, die dort in der Kinder-, Jugend- und Jugendsozialarbeit tätigen Multiplikator/innen sowie alle Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen, die Angebote wahrnehmen möchten. Überzeugung der Projektverantwortlichen war es dabei stets, dass bereits bestehende inklusive Angebote das Potenzial bieten, die gesamte Fläche der Jugend- und Jugendsozialarbeit weiterzuentwickeln und inklusiver zu machen (Weiterentwicklung anhand von „Best Practice“ Beispielen). Als Dialog- und Kooperationspartner konnten darüber hinaus Mitarbeiter/innen aus der Behinderten- und der Eingliederungshilfe für die gemeinsame Umsetzung der einzelnen Praxisprojekte und auch für die Fortbildungsmodule gewonnen werden. Dies bot Möglichkeiten der Begegnung und des Austausches von Erfahrungen zwischen Menschen aus verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen.

Ziel des Projekts war es daher, auf der Grundlage bestehender Konzepte („Best Practice“) passgenaue inklusive Konzepte für die unterschiedlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen. Um dies erreichen zu können, wurden die beteiligten Mitarbeiter/innen im Austausch mit Fachkräften aus der Behinderten- und Eingliederungshilfe fortgebildet und weiterqualifiziert. Sie konnten auf diese Weise in einem zweiten Schritt als Multiplikator/inn/en ihre Erfahrungen und das erworbene Wissen aus den eigenen Praxisprojekten sowie aus den Fortbildungen weitergeben und für die Praxis nutzbar machen.

Ein wichtiges Unterziel des Projektes war daher die Praxisentwicklung, d.h. Austausch und Vernetzung bestehender inklusiver Praxis zu verbessern sowie neue Ansätze und Konzepte zu erproben. Ein weiteres hiermit zusammenhängendes Ziel war die Qualifizierung und Fortbildung sowohl haupt- als auch ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen der fünf genannten Organisationen (s.o.).

Um diese Ziele zu erreichen, fand zunächst eine Auftaktveranstaltung statt, in der alle interessierten Träger Input zu Best Practice Beispielen bekamen und Möglichkeit bestand, eigene inklusive Ideen für ihren jeweiligen Arbeitsbereich einzubringen und sich mit anderen über Arbeitsweisen, Umsetzungsstrategien, Kooperations- und Unterstützungsmöglichkeiten auszutauschen. Es konnten konkrete Praxisprojekte angemeldet werden und der hierfür jeweils notwendige Fortbildungsbedarf eruiert werden.

Für das Ziel der Qualifizierung und Fortbildung standen dann verschiedene Module zur Verfügung, so z.B. ein Grundsatzmodul zur Leitfrage „Was ist Inklusion in der Kinder-, Jugend- und Jugendsozialarbeit?“, ein Modul zur Organisationsentwicklung sowie verschiedene Praxismodule (Vorbereitung, Praxisphase vor Ort, Reflexion und Abschluss). Das Projekt endete nach eineinhalb Jahren (November 2013 bis März 2015) mit einer Abschlussveranstaltung.

Was das Projekt besonders auszeichnet ist die Gleichzeitigkeit von einerseits Möglichkeiten des überregionalen, landesweiten Austausches und der Vernetzung zwischen Trägern der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe, während andererseits die verschiedenen Einzelprojekte lokal vor Ort im Gemeinwesen ansetzen und die hier lebenden Menschen davon profitieren können. Wenngleich aufgrund begrenzter Projektmittel nicht alle Einzelprojekte nach Projektende weitergeführt werden konnten, so wurden doch Möglichkeiten der dauerhaften Etablierung gesucht. Darüber hinaus geht das in den Qualifizierungsmodulen erworbene Wissen der Mitarbeiter/innen natürlich nicht verloren, sondern kann nachhaltig auch nach Projektende in die tägliche Arbeit einfließen.

Das Projekt bezog sich dabei auf die UN-Behindertenrechtskonvention, indem es die darin geforderte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zum Ziel hatte, die an verschiedenen Stellen der Konvention hervorgehoben wird, insb. aber in Artikel 7: Kinder mit Behinderungen sowie in Artikel 30: Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport.

Lebensbereich

  • Bildung (inklusive Kinder-, Jugend- und Jugendsozialarbeit)

Allgemeine Informationen und Materialien

Arbeitsgemeinschaft Offene Türen Nordrhein-Westfalen e.V.:
http://agot-nrw.de/

Landesjugendring NRW:
http://www.ljr-nrw.de/

Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit NRW:
http://jugendsozialarbeit-nrw.de/website/

Landesvereinigung kulturelle Jugendarbeit NRW e.V.:
http://www.lkj-nrw.de/

Paritätisches Jugendwerk NRW e.V.:
http://www.pjw-nrw.de

Veröffentlichungen zum Projekt:
https://agot-nrw.de/ueber-uns/veroeffentlichungen/

Video-Dokumentation des Projektes:
https://www.youtube.com/watch?v=rslXbMUlUwQ

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.