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Job Beratung auf Augenhöhe

Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Bild: Teamsitzung in der Job Beratung

Im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt“ im Benediktushof Maria Veen (Dienstleister für Menschen mit Behinderung, Tochterunternehmen der Josefsgesellschaft) in Reken gingen Vertreter/innen aus Politik und Wirtschaft sowie Menschen mit Behinderung der Frage nach, welche grundlegenden Schwierigkeiten bei der Vermittlung von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt bestehen. Ein geringes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein der Bewerber/innen wurde als Dreh- und Angelpunkt vieler Schwierigkeiten herausgearbeitet.

An diese Erfahrung knüpft das Projekt „Arbeit einfach bieten“ an. Ziel ist es, junge Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen – durch andere Menschen mit Behinderung, die den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt bereits erfolgreich gemeistert haben. Sie geben ihr Erfahrungswissen „auf Augenhöhe“ weiter. Das Projekt knüpft damit an Artikel 26 der UN-Konvention an (Habilitation und Rehabilitation) und greift insbesondere den hierin geforderten Peer-Aspekt auf (Unterstützung und Beratung durch „Gleichbetroffene“).

Im Rahmen des Projektes hat der Benediktushof das Angebot „Job-Beratung auf Augenhöhe“ geschaffen. Menschen mit Behinderung, die im ersten Arbeitsmarkt tätig sind, wurden durch mehrtägige Schulungen als „Job-Berater auf Augenhöhe“ ausgebildet. Sie üben ihre Tätigkeit als Ehrenamt aus. Zurzeit bieten sieben Menschen mit Behinderung die „Job-Beratung auf Augenhöhe“ an. Das Projekt wird durch die Aktion Mensch gefördert.

Das Projekt ist im Mai 2014 gestartet und hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Zunächst wurden Teilnehmer/innen akquiriert, indem Kontakte zu Unternehmen und ihren Schwerbehindertenvertretungen aufgebaut und auf ein bereits bestehendes Netzwerk von Kooperationspartnern zurückgegriffen wurden. Zudem wurden Personen angesprochen, die bereits eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme durchlaufen haben. Nach der persönlichen Ansprache fand für alle Interessierten eine Informationsveranstaltung statt, bei der sie über das Projekt informiert wurden. Bei den anschließenden Schulungen bereiteten sich die künftigen „Job-Berater auf Augenhöhe“ auf ihre Aufgabe vor. Seit Mai 2015 bieten die „Job-Berater auf Augenhöhe“ im Benediktushof Maria Veen eine offene Sprechstunde für junge Menschen mit Behinderung an, die den Weg in den ersten Arbeitsmarkt suchen. Auch individuelle Terminvereinbarungen oder Anfragen per Telefon/ Mail sind möglich. Die „Job-Berater auf Augenhöhe“ erleben durch die Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt Inklusion und geben diese Erfahrung „auf Augenhöhe“ weiter. Sie können dazu beitragen, dass weitere Jugendlichen mit Behinderung den Weg in den ersten Arbeitsmarkt schaffen. Auf Grund der ähnlichen Erfahrungen können die „Job-Berater auf Augenhöhe“ ein besseres Verständnis für die Jugendlichen haben. Ängste, Unsicherheiten und offene Fragen der jugendlichen Arbeitssuchenden werden nachvollzogen und verstanden. Für die Jugendlichen kann es ein Ansporn sein, dass sein „Job-Berater auf Augenhöhe“ die Schwelle zum ersten Arbeitsmarkt bereits überwunden hat.

Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit bis Herbst 2016. Zum Abschluss wird der Bedarf reflektiert und überlegt, ob und ggf. in welcher Form das Angebot fortgeführt werden kann.

Die Job Beratung auf Augenhöhe stellt ein spezielles Angebot für und von Menschen mit Behinderung dar. Von der Zielsetzung und Wirkungsweise leistet das Projekt insgesamt einen Beitrag zur Inklusion – in diesem Fall zur Teilhabe am Arbeitsleben (im Sinne von Art. 27 UN-BRK).

Das Projekt ist v.a. auf der Ebene des Empowerments  und  der Stärkung der Betroffenen angesiedelt, wo es Inklusion neben der institutionellen und gesellschaftlichen Ebene, anzusetzen gilt.