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bonn-rhein-sieg-fairbindet

Ein starkes Netzwerk zur Schaffung eines inklusiven Arbeitsmarktes in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis

Unterzeichnung der Gründungsurkunde des Netzwerkes bonn-rhein-sieg-fairbindet.
© www.bonn-rhein-sieg-fairbindet.de

Das Netzwerk bonn-rhein-sieg-fairbindet besteht aus den Gebietskörperschaften Bonn und Rhein-Sieg-Kreis sowie regionalen Unternehmen, die das gemeinsame Ziel verfolgen, aktiv am Thema Inklusion am Arbeits- und Ausbildungsmarkt mitzuwirken. Um dieses Ziel zu verwirklichen, entwickelten die Mitglieder des Netzwerkes eine Internetplattform (www.bonn-rhein-sieg-fairbindet.de), die interessierte Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen mit Behinderungen mit verschiedensten, für den Arbeitsmarkt relevanten, Informationen versorgt. Zusätzlich bietet die kostenlose Hotline eine Lotsenfunktion für Interessierte.

Zum Selbstverständnis von bonn-rhein-sieg-fairbindet gehört die Überzeugung, dass ein inklusiver Arbeitsmarkt, in dem jeder Mensch seine Stärken entfalten kann, für die  große Modellregion mit rund 1 Mio. Einwohnern einen Gewinn für alle darstellt. . Durch eine planvolle und von den Partnern getragene Netzwerkarbeit sollen Arbeitgeber und Menschen mit Behinderung besser zu einander finden. . Weitere Arbeitgeber sollen für das Thema berufliche Inklusion gewonnen werden. Erreicht werden soll das insbesondere durch das Schaffen von Begegnung von Unternehmern mit und ohne Erfahrung in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Best-Practice-Beispiele ebnen hierbei den Weg.  bonn-rhein-sieg-fairbindet trägt dazu bei, dass Behinderung als gesellschaftliche Normalität aufgefasst wird und Vorurteile sowie Stigmatisierungen durch Best-Practice abgebaut werden.


Ein Netzwerk zur Etablierung eines inklusiven Arbeitsmarktes – Die Entstehungsgeschichte

Im „Behindertenpolitischen Teilhabeplan der Bundesstadt Bonn“ wurde die Förderung eines inklusiven Arbeitsmarktes in der Region als Ziel formuliert. Der Rhein-Sieg-Kreis ist an gleicher Stelle. Um dieses Ziel aktiv zu unterstützen, gründete der Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie e.V. das Netzwerk bonn-rhein-sieg-fairbindet unter Beteiligung der Stadt Bonn, der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Agentur für Arbeit sowie Arbeitgebern der Region . Das Netzwerk bonn-rhein-sieg-fairbindet stellt seit seiner Gründung im September 2017 die notwendige Refinanzierung vollständig aus Mitteln der Netzwerkpartner  sicher. 

bonn-rhein-sieg-fairbindet ist ein Netzwerk mit aktuell 15  Partnern. Dazu zählen u.a. die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis, die Agentur für Arbeit, die IHK Bonn/Rhein-Sieg, verschiedene Sozialunternehmen sowie prominente Arbeitgeber wie die Aktion Mensch, die Bundesliga-Basketballer der Telekom Baskets Bonn, einer der bekanntesten Profi-Sportvereine, sowie mit dem Kinopolis Bonn-Bad Godesberg das größte Lichtspielhaus der Region. In der  Steuerungsgruppe, die bewußt interdisziplinär du branchenübergreifend besetzt ist, bestimmen die Partner den Kurs des Netzwerkes. Übersicht Partner.

Die Erweiterungspläne des Netzwerkes zielen insbesondere auf Unternehmer.

Auf der Homepage des Netzwerkes finden Interessierte Informationen zum Thema Arbeit und Inklusion. Für einen vereinfachten Zugang wird auf der Internetseite zwischen Arbeitnehmer/inne/n und Arbeitgeber/inne/n unterschieden. Neben der Möglichkeit sich auf der Internetseite eigenständig mit Informationen einzudecken, hat das Netzwerk eine Hotline eingerichtet, die kostenfreie telefonische Beratung zugänglich macht.

 

Bewusstseinsbildung durch öffentliche Präsenz

Schwerpunkte der Arbeit des Netzwerks sind die Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeits- und Anti-Stigma-Arbeit. Auf Messen, wie beispielsweise der Ausbildungsbörse oder ähnlichen präsent zu sein, ist für das Netzwerk sehr wichtig. Dort kann es auf sich und das Themenfeld aufmerksam machen, Interessierte beraten und Arbeitgeber/inn/en mögliche Berührungsängste bezogen auf die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung nehmen. In Kooperation mit verschiedensten Arbeitgebern aus der Region eigene Veranstaltungen zu planen und durchzuführen, bietet ebenfalls die Möglichkeit, öffentlich in Augenschein zu treten. Damit verbundene Berichterstattungen in den regionalen Zeitungen verschaffen dem Themengebiet Aufmerksamkeit.

Die Vielzahl der aufgeführten Maßnahmen ist nur ein kleiner Ausschnitt der bislang durch das Netzwerk umgesetzten Ideen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen das Selbstverständnis des Netzwerks in die Öffentlichkeit zu tragen: die Überzeugung, dass eine inklusive Arbeitswelt, in der jeder Mensch seine Stärken entfalten kann, für alle bereichernd ist. Gleichzeitig kann damit, der im Netzwerk vorhandene Wille, eine strukturelle Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu überwinden, erreicht werden. 

Die Ziele des Netzwerkes sind:

1. Das Netzwerk weiterzuentwickeln, indem weitere Arbeitgeber/innen „schnellballartig“ mit der Idee des inklusiven Arbeitsmarktes „infiziert“ werden.

2. Inklusive Beschäftigung, Qualifizierung und Ausbildungen zu etablieren und dabei eine Sicht der Unternehmerschaft auf eine „Win-Win-Situation“ zu generieren.  

3. Die Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft soll vorangetrieben werden, um Behinderung als Normalität zu verstehen und dadurch Stigmatisierungen entgegenzuwirken und Menschen mit Behinderungen in ihren Rechten zu stärken.

Die Ziele sollen dazu beitragen, dass Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen für das Thema Inklusion und Arbeit sensibilisiert werden.

 Finanziert wird die Netzwerkarbeit autark aus Mitteln, die von den Partnern des Netzwerks zur Verfügung gestellt werden. Geschäftsführend ist auch weiterhin der Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie e.V. Das Budget für die Geschäftsstelle ist bewusst gering gehalten auch mit der Zielsetzung, bei einer größeren Anzahl der Partner die finanzielle Belastung des Einzelnen verringern zu können.

 

Einschätzung des Inklusionskatasters anhand der Kriterien des Katasters

Das Netzwerk bonn-rhein-sieg-fairbindet beeindruckt insbesondere durch seine vielseitige Ausrichtung. Durch verschiedenste Maßnahmen versucht das Netzwerk das Bewusstsein der Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen mit Behinderungen für das Thema Inklusion und Arbeit zu sensibilisieren. Allen Interessierten ist es möglich, kostenfrei auf die Informationen, die auf der Homepage aufzufinden sind, zuzugreifen. Doch damit nicht genug, denn bei spezifischen Fragen und der Notwendigkeit persönlicher Beratung kann auf die ebenfalls kostenfreie Hotline des Projekts zurückgegriffen werden. Die persönliche und öffentliche Aufklärung über das Thema und den damit verbundenen Möglichkeiten kann Berührungsängste seitens der Arbeitgeber/innen reduzieren. Doch auch die Arbeitnehmer/innen können sich auf der Homepage und persönlich von möglichen Zugängen hinsichtlich ihrer Qualifizierung und Ausbildung informieren, sowie weitere Informationen einholen.

 

Bewusstseinsbildung und Zugang zur Arbeit und Beschäftigung

Das Projekt bonn-rhein-sieg-fairbindet trägt vor allem durch die bislang etablierten Maßnahmen erkennbar zur Umsetzung des Artikels 8 (Bewusstseinsbildung) der UN-Behindertenrechtskonvention bei. Durch die öffentliche Präsenz des Internetportals und der dazugehörigen Hotline, sowie durch verschiedenste eigene Veranstaltungen und der Beteiligung an bereits vorhandenen Formaten, wie Arbeitsbörsen wird das Bewusstsein der damit in Kontakt kommenden Personen erweitert. Auch die durchgeführten Veranstaltungen, die im Rahmen des Projekts entstanden sind, entsprechen dem Gedanken des Artikels. Durch die thematische Fokussierung auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie durch konkrete Maßnahmen, zur Vermittlung bzw. Zusammenführung von Menschen mit Behinderungen und Arbeitgeber/innen nimmt das Projekt zudem Bezug zum Artikel 27 (Arbeit und Beschäftigung) der UN-Behindertenrechtskonvention. Durch unterschiedlichste Maßnahmen wird versucht, Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

 

Förderung von Vielfalt und Inklusionsorientierung

Die Grundhaltung des Netzwerkes, dass ein Arbeitsmarkt, welcher inklusiv ausgerichtet ist, für alle am Arbeitsleben Teilnehmenden eine Bereicherung darstellt, zeugt von der inklusiven Orientierung, die dem Netzwerk zugrunde liegt. Durch Aufklärungs- und Unterstützungsangebote versuchen die Netzwerkbeteiligten diese Grundhaltung in der Arbeitswelt zu etablieren. Sie fördern damit gleichzeitig auch die Vielfalt am Arbeitsmarkt. Mit der Aufklärungsarbeit verbunden können Menschen mit Behinderungen in ihren Empowermentprozessen gestärkt werden und so ein gewisses Standing in diesem durch Konkurrenz geprägten Bereich erhalten. Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt einzubinden, bewirkt aber auch noch mehr als die bloße dortige Teilhabe. Vielmehr handelt es sich dabei auch um einen Begegnungsraum, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen aufeinandertreffen und gemeinsam an etwas arbeiten können. So kann die hinter dem Projekt liegende Idee, nämlich Inklusion zur Normalität zu machen, ebenfalls vorangetrieben werden.

 

Netzwerken als Basis des Projekts

Die Vernetzung ist bei bonn-rhein-sieg-fairbindet ein zentrales Anliegen. Das Netzwerk kann nur dann funktionieren, wenn sich verschiedenste Akteure aus den Regionen miteinander verbinden und gemeinsam dafür sorgen, dass sich der Arbeits- und Ausbildungsmarkt öffnet. Dabei sind nicht nur Einrichtungen der Behindertenhilfe eingebunden, sondern vielmehr auch große und kleinere Unternehmen aus der Region, sowie die Gebietskörperschaften (Rhein-Sieg-Kreis und Bundesstadt Bonn) und als wichtige Akteure am Arbeitsmarkt die IHK Bonn-Rhein-Sieg sowie die Agentur für Arbeit Bonn-Rhein-Sieg. Das Netzwerk nutzt den Bezug zum Gemeinwesen, sodass innerhalb der Region Zusammenarbeit realisiert werden kann. Es wäre wünschenswert, wenn die hinter dem Projekt liegende Idee überregional umgesetzt werden könnte. Der Aufbruch der regionalen Verbundenheit oder die Nutzung des Projektes als Vorbild für weitere Regionen könnten entsprechend zur überregionalen Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben beitragen.

 

Abschließende Worte

bonn-rhein-sieg-fairbindet ist ein inklusives Netzwerk, welches mit der geleisteten Aufklärungsarbeit maßgeblich dazu beiträgt, dass sich die Arbeitslandschaft in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis öffnet. Die Bereitstellung von Materialien bietet Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen die Möglichkeit sich gründlich über den Bereich zu informieren. Die zielgruppenspezifische Aufbereitung der Materialien macht zudem die Suche nach Informationen einfach. Die etablierte kostenfreie Hotline bietet außerdem Beratung zu verschiedenen Fragen rund um das Thema Arbeit und Inklusion. Um Ängste zu überwinden und neue Wege zu gehen, stehen den Arbeitgeber/inne/n und Arbeitnehmer/innen so auch Berater/innen zur Verfügung. Themenspezifische Beratungs- und Veranstaltungsangebote runden das Projekt ab.

Lebensbereich

  • Arbeit und Beschäftigung

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.