Inklusive Musical- und Tanzgruppe "Los roladores"

Kurzdarstellung der Aktivität

In Iserlohn gibt es die Musical-und Tanzgruppe " Los roladores, ein Ensemble, das aus Menschen mit und ohne Handicap im Alter von 12-84 Jahren besteht. Auf der Bühne treten Menschen unterschiedlichster Behinderungsform und Nationalitäten gemeinsam mit anderen Laiendarsteller auf. Die Musical-und Tanzgruppe besteht zur Zeit aus ca. 30 Mitgliedern, davon 10 Mitgliedern ohne eine Behinderung und 20 Mitglieder mit Behinderungen. Seit September 2013 gibt es bereits das vierte große Bühnenstück "Tutti fratelli", welches anlässlich des 150 jährigen Jubiläums des Internationalen Roten Kreuzes mit ihrem Ensemble inszeniert wurde. Die Stücke, die durch die Musical und Tanzgruppe aufgeführt werden stellen den Gedanken der Inklusion dar.

Das Projekt dient zunächst der ‚Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für die Idee der  Inklusion’. Durch die Initiierung des Roten Kreuzes und die damit verbundene Weiterentwicklung der Angebote kann es ebenso der Dimension ‚Planung und Entwicklung von flexiblen und inklusionsorientierten Unterstützungsdiensten für Menschen mit Behinderungen’ zugeordnet werden.

Lebensbereich

  • Kultur
  • Kommunikation und Interaktion
  • Bürgerschaftliches Engagement

Einwohnerzahl

ca. 95.000

Zuordnung zu Dimensionen

  • Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für die Idee der Inklusion
  • Planung und Entwicklung von flexiblen und inklusionsorientierten Unterstützungsdiensten für Menschen mit Behinderungen

Ausschlaggebender Impuls

Carina Steding, Sozialarbeiterin, initiierte 1993-1995 im Rahmen ihrer Arbeit beim Roten Kreuz die Gruppe „die Rollis“. Mit der Gruppe wollte sie „nicht nur herumsitzen“ sondern ihnen Lebensqualität ermöglichen, mit ihnen tanzen, schauspielern und musizieren (vgl. Steding / Winter 2014). Sie setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen ihr Recht, sich kulturell zu engagieren, auch verwirklichen können und bot ihnen dazu die Möglichkeiten und Chancen. Daraus entstand das, der Tanzgruppe zugrundliegende Motto: „Jeder Mensch hat ein Talent – man muss es nur entdecken“ (ebd.).  Des Weiteren wuchs Anzahl von nicht-beeinträchtigten Akteuren stetig. Das erste Stück von 1995 hieß „Rolle Rückwärts“.

An der Initiierung waren Melo Sobirey (Autor) Oscar Steding (Musik), Gerd und Stefan Haarmann (Bühnenbau) beteiligt und ausschlaggebend.

Ziele des Projekts

Ziel der Musical-und Tanzgruppe ist das gemeinsame Bühnenerlebnis; zusammen auf der Bühne zu stehen. Das selbstformulierte Ziel lautet: „die Beteiligung beeinträchtigter Menschen an der Gestaltung der kulturellen Landschaft.“ Es soll über die soziale Dimension / Teilhabe hinausgehen, d.h. es geht nicht allein nur um die Beteiligung am kulturellen Leben, sondern darum, dies aktiv mitzugestalten. Das Anliegen der Impulsgeberin, Frau Steding, bestand in der sozialen Gerechtigkeit und der Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung.

Im Hinblick auf die Inhalte der UN-BRK bezieht sich das Projektbeispiel auf Artikel 30 der UN-BRK „Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport“. Es wird ein Zugang zum Musical- und Theater  - Orten kultureller Darbietungen oder Dienstleistungen gewährleistet (Art. 30, c) und die  Möglichkeit geboten, das eigene kreative, künstlerische und intellektuelle Potenzial zu entfalten und zu nutzen, nicht nur für sich selbst, sondern auch zur Bereicherung der Gesellschaft (Art. 30 Abs. 2). Durch das gemeinsame Auftreten und Praktizieren in der Öffentlichkeit wird gleichzeitig der Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung gemäß Art. 8 der UN-BRK Rechnung getragen; insbesondere der Zielstellung des Bewusstseinswerdens für die Fähigkeiten und der Förderung des Beitrags von Menschen mit Behinderungen (Art. 8, c). Ebenso intendieren die einzelnen Theaterstücke jegliche Vorurteile, Klischees und schädliche Praktiken, wie Mitleid gegenüber Menschen mit Behinderungen abzubauen und diesen gemäß Art. 8, b der UN-BRK entgegenzuwirken.

Es gibt keine weiteren normativen oder rechtlichen Vorgaben, mit denen die Zielsetzung des Projektes in einem Zusammenhang steht. Es entspricht einem eigenen entwickelten Konzept.

Rechtlicher Rahmen

Gemäß § 55 Absatz 2 Nummer 9 SGB IX sollen geeignete Maßnahmen gefunden werden, welche die Begegnung und den Umgang zwischen Menschen mit und ohne Behinderung fördern und diesen eine gemeinsame Teilhabe am kulturellen Leben garantieren. Ein Theaterprojekt wie „Götterspeise“ dient einer solchen gemeinsamen (aktiven) kulturellen Teilhabe.

Das Projekt „Götterspeise“ folgt darüber hinaus im Wesentlichen, den Grundsätzen des „Forum für Kreativität und Kommunikation“ e.V.: Den Menschen sollen auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Mitteln die Möglichkeit eröffnet werden sich authentisch zu äußern.

Der Kooperationspartner Bethel fordert in seinen Grundsätzen zudem eine sinnvolle Beschäftigung orientiert an den Fähigkeiten und Neigungen für die Bewohner/innen. Dazu trägt „Götterspeise“ ebenso bei.

Maßnahmen

Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Bühnenshows / Stücke, wie „Rolle Rückwärts“ (1994), Jungle of Emotions“ (2003), Firelands (2010) und „Tutti-Fratelli“ (2014) erarbeitet und aufgeführt.

Die Proben finden jeden Dienstag von 18:00 – 20:00 Uhr in den Räumlichkeiten des DRK-Iserlohn statt. Der Treff ist für alle Interessierte offen.

Zu weiteren Maßnahmen zählen gemeinsame Ausflüge, Seminare, Besuch anderer kultureller Veranstaltungen und Gruppen, Gespräche, Coachings, Teilnahme an politischen Veranstaltungen und andere Freizeitaktivitäten (wie Film und Gesang).

Hauptschwerpunkt sind kulturelle Aufführungen,  da die Gruppe als solche ausgeschrieben ist.

Das Projekt beinhaltet außerdem Maßnahmen, die die Barrierefreiheit gewährleisten. Unter anderem werden individuelle Rollenzuschnitte in den Drehbüchern etabliert, Drehbücher in großer Schrift für Menschen mit Sehbehinderungen verfasst und Rollstuhlrampen aufgestellt.

Beteiligte und Netzwerke

Die Musical-und Tanzgruppe steht in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Iserlohn. Es entspricht einem Kooperationsprojekt des Deutschen Roten Kreuzes in Iserlohn.

Für eine Aufführung in Borken waren des Weiteren die DRK-Gemeinschaft und das Jugendrotkreuz (JRK) Iserlohn, der Veranstaltergemeinschaft aus Rotem Kreuz im Kreis Borken, Lebenshilfe Borken, Caritasverband für das Dekanat Borken und derCBF-Kreisverband Borken beteiligt.

Neue Mitglieder mit oder ohne Behinderungen werden in der Tanz- und Musicalgruppe stets willkommen geheißen. Diese werden durch Mundpropaganda und Zeitungsartikel akquiriert. Des Weiteren wird die Partizipation dadurch gewährleistet, dass Menschen mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Bühnenbild darstellen und z.T. Hauptrollen innehaben.

Es gibt keinen Schwerpunkt bezüglich der partizipierenden Personengruppen. Beteiligt sind Menschen mit den unterschiedlichsten und mehr oder weniger stark ausgeprägten Behinderungsformen, wie Personen mit einer Seh- und Hörbeeinträchtigung, körperlichen Beeinträchtigung (spastischen Lähmungen und eingeschränktem Sprachvermögen), psychischen Beeinträchtigung oder mit einer Lernschwierigkeit. Ebenso beteiligt sind Menschen unterschiedlichster Herkunft.

Die Partizipation der Teilnehmer und Teilnehmerinnen zeigt sich dahingehend, dass Ideen und Vorschläge aller Beteiligten an der Gestaltung des Programms integriert werden, d.h. Ideen für die Umsetzung eines Bühnenstückes können von jedem eingebracht werden. Je nach Talent oder Interesse gibt es Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Ensemble die gerne auch hinter der Bühne agieren (Bühnenteile bauen, Requisiten erstellen und auch als Regieassistent fungieren).

Die federführende Verantwortung trägt Carina Steding (Dipl. Sozialpädagogin). Bürgerschaftliches Engagement wird hier durch Sach-und Geldspenden und Bereitstellung von unentgeltlichen Aufführungsstätten ermöglicht.

Zusätzliches hauptamtliches Personal gibt es nicht.

Das Projekt ist in keine weiteren Kooperationsstrukturen/Netzwerke, sowie in regionale oder überregionale Planungsstrukturen eingebunden.

Finanzierung und Ausstattung

Die Bühnenshows / Theaterstücke sind sehr aufwendig und benötigen für eine zufriedenstellende Umsetzung eine lange Vorbereitungszeit (diese kann bis über mehrere Jahre strecken).

Finanziert wird das Projekt komplett von Carina Steding, Andreas Winter und gegebenenfalls durch Eintrittserlöse. Früher, zu Beginn der Projektarbeit 1994, konnte die Finanzierung noch über Sponsoren und Zuschüsse abgegolten werden. Später wurde eine dauerhafte Finanzierung aber immer schwieriger. Damit sich die Gruppe nicht auflösen musste, übernahm die Projektverantwortliche dann alle anfallenden Kosten, welche über die eingespielten Karten zum Teil auch wieder eingenommen werden konnten. Offen blieben Gelder für die Requisiten, Bühnenkleider, Bühnenbild etc., welche die Projektverantwortlichen zusammen getragen haben. Für die Zukunft wird eine dauerhafte Finanzierung gewünscht.

Zur Verfügung stehen 300,- Euro im Jahr vom Märkischen Kreis und 100,- Euro von der Stadt Iserlohn. Ebenso gibt es eine gelegentliche Förderung von beantragten Zuschüssen (z.b. Aktion Mensch).

Als Ressource können die unterschiedlichen Beteiligten (unterschiedlichster Herkunft, Behinderungsart, jung und alt) angesehen werden, da sie verschiedene Talente, Einflüsse, Inspirationen und Erfahrungen miteinbringen können.

Die Proben der Tanz- und Musicalgruppe finden regelmäßig in den, vom DRK bereitgestellten, Räumlichkeiten statt.

Projektablauf und zeitliche Rahmung

Das erste Stück „Rolle Rückwärts“ wurde bereits 1994 erarbeitet. „Tutti- Fratelli“ entspricht dem neuesten Bühnenstück.

Maximal zweimal im Jahr (durchschnittlich 1,5-mal pro Jahr) finden die Shows statt. Für 2015 und 2016 sind drei Anfragen für Shows noch in Vorbereitung.

Als Meilenstein kann der „Preis des Beirates für Menschen mit Behinderung“ angesehen werden, der 2011 erstmals in der Galerie des Parktheaters Carina Steding für die von ihr initiierte und inszenierte multimediale Bühnenshow „Firelands“ verliehen wurde. Weiterhin erhielt die Musical und Tanzgruppe 2012 den ersten Platz für die kreativste Veranstaltungsidee vom GS DRK in Berlin. Zudem hat sie bereits für das Stück Rolle Rückwärts (1994) den 1. Platz (Gesundheitspreis) von der Gmünder Ersatzkasse erhalten,

Durch Zeitungsartikel und Werbeplattformen wie z.b. Facebook und öffentlichen Auftritten wird die Öffentlichkeit mit einbezogen und sowohl auf die Bühnenstücke als auch auf die Mitwirkung am Projekt aufmerksam gemacht.

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist, wie bei den Zielen beschrieben, Bestandteil des Projektes.

Inklusive Ausrichtung des Projektes und Gemeinwesenbezug

Die inklusiv ausgerichtete Zusammensetzung der Tanz- und Theatergruppe zeigt die selbstverständliche Einbeziehung von verschiedenen Menschen (unterschiedliche Nationalitäten, Behinderungsformen, Altersgruppen). Gleichzeitig werden hiermit die Wertschätzung von Verschiedenheit und der Abbau von Diskriminierung gefördert. Der gegenseitige Respekt und Anerkennung jedes Einzelnen stehen hier im Vordergrund.

Das Projekt leistet durch das Musical- und Theaterangebot insgesamt einen Beitrag zur inklusiven Gestaltung der Kultur. Die Proben finden in den Räumen des DRK Iserlohn statt, die Räume sind ebenerdig zu erreichen, also auch für mobilitätsbeeinträchtigte Personen erreichbar. Proben finden außerdem kurz vor Auftritten in einer Sporthalle in Iserlohn statt, welche ebenfalls ebenerdig zu erreichen ist.

In diesem Projektbeispiel zeigen sich Empowerment-Prozesse dadurch, dass die individuellen Fähigkeiten gestärkt und angeregt werden und damit insgesamt eine Rollenaufwertung erfolgt (Wahrnehmung und Stärkung der Kompetenzen). Es werden Möglichkeiten geboten, sich künstlerisch zu betätigen; Gefühle zu transportieren und auszudrücken. Gleichzeitig werden hiermit andere / alternative Kommunikations- und Darstellungswege genutzt, die die Teilhabe und Teilgabe von allen ermöglichen (auch Personen mit schweren Beeinträchtigungen).

Im Sinne der Selbstbestimmung können sich die Mitglieder des Ensembles mit ihren Ideen einbringen. Sie sind aktiv dabei, nicht nur als Schauspieler oder Akteur hinter der Bühne; sie stellen sich auch ganz selbstverständlich den Fragen der Öffentlichkeit/ Presse und geben Interviews.

Nachhaltigkeit

Alle Beteiligten werden unabhängig von ihrer Behinderung, Herkunft oder Alter, als gleichberechtigte und selbstverständliche Hauptakteure auf der Bühne und als Künstler und Künstlerinnen mit unterschiedlichen Belangen dargestellt. Die damit verbundene Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung ist von vornherein auf Nachhaltigkeit angelegt. Gleiches gilt für die Empowerment-Prozesse, die sich langfristig gesehen positiv auf das Selbstwertgefühl der Künstler und Künstlerinnen auswirken können.

Bezüglich einer Wiederholbarkeit in anderen Regionen und dem Aufgreifen der Ergebnisse können Interessierte hier insbesondere von der inklusiven Zusammensetzung der Musical- und Tanzgruppe bzw. der damit verbundenen Bereicherung (Teilhabe und Teilgabe) des Wirkungs- und Entstehungsprozesses profitieren.

Eine Wirkung über den Projektzeitraum wird zum einen durch die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit erzielt; zum anderen durch die hierin zum Trage kommenden Empowerment-Prozesse der Schauspieler und Schauspielerinnen und Akteuren.  Das Projekt ist zeitlich unbefristet.

Gesamteinschätzung

In der UN-BRK wird die kulturelle Partizipation – Teilhabe am öffentlichen und kulturellen Leben gefordert. Das Projektbeispiel fördert die individuellen Fähigkeiten künstlerisch und kreativ zu entfalten und in dem facettenreichen Ensemble einzubringen. Menschen mit und ohne Behinderung oder Migrationshintergrund stehen gemeinsam auf der Bühne. Teilhabe und Teilgabe finden hier Berücksichtigung. Es wird zum Beispiel die Botschaft vermittelt, dass eine Behinderung kein Hinderungsgrund zum Tanzen darstellt.

Bezogen auf die Verwirklichung von Inklusion setzt das Projekt insbesondere auf der individuellen Ebene an (Empowerment-Prozesse). Insgesamt wird hiermit das Bewusstsein für die Kompetenzen jedes Einzelnen geschärft.

Zur Übertragbarkeit ist zu vermerken, dass das Projekt und die Projektidee insbesondere bezogen auf die Bühnenshows sehr zeitaufwendig ist (Proben, einstudieren etc.). Ebenso sind Ressourcen (Equipment etc.) notwendig. Unabhängig der aufwendigen Bühneninszenierungen kann das gemeinsame Tanzen, Theaterspiel und Wirken dagegen mit wenig Aufwand realisiert werden. Insbesondere dieses gemeinsame Wirken kann zum selbstverständlichen Umgang mit der Vielfalt beitragen und als Bereicherung verstanden werden.

Insgesamt bereichert das Projekt die kulturelle Landschaft in Iserlohn und trägt damit zum inklusiven Gemeinwesen bei.

Einschätzung der Projektverantwortlichen

Das Projekt ist deutlich selbstwertstärkend für alle Akteure. Ebenso deutlich wird, dass Menschen mit und ohne Handicap in gleicher Weise erfolgreich zusammenarbeiten können. Menschen mit und ohne Behinderung (körperlich , geistig und psychisch beeinträchtigte Menschen und nichtbehinderte Menschen) Profis, Amateure im Alter von 10-84 Jahren agieren gemeinsam. Die Aktivitäten und Bühnenstücke sind sehr vielseitig, facettenreich, so dass man sich immer wieder neuen Herausforderungen gegenübersteht, an denen man immer wieder wachsen kann.

Die Projektverantwortliche ist sehr stolz auf diese Arbeit, da es für sie selbstverständlich ist, alle Mitglieder nach den individuellen Fähigkeiten und Talenten zu fördern. Sie macht außerdem deutlich, dass sie manches Mal erstaunt war, was doch alles möglich ist, wenn man einen Menschen gleichberechtigt behandelt und ihn einfach ernst nimmt, egal was für eine Behinderung vorliegt. Sehr förderlich empfand sie die gemeinsame Arbeit, also die Unterstützung untereinander. Sie betont die positive Entwicklung der Mitglieder in der Musical- und Tanzgruppe. Im Laufe der Treffen haben sich viele der Menschen verändert: von anfänglich scheuen, ängstlichen, traumatisierten Persönlichkeiten zu selbstbewussten und glücklichen Menschen. Diese Arbeit trägt einen großen Teil zur Stärkung des Selbstbewusstseins bei.

Die Umsetzung, also die Aufführungen auf der Bühne haben gut geklappt. Wenn es darauf ankam, gab es  einen sehr guten Zusammenhalt. Manches mal gab es sicherlich auch untereinander Missverständnisse, die es zu klären galt, aber dies hat nichts mit der Behinderung einer Person zu tun, sondern ist ein ganz normaler Gruppenprozess.

Als hemmender Faktor wird der Proberaum beim DRK Iserlohn gesehen, da dieser etwas zu klein ist. Die Unterbringung der Requisiten erweist sich immer als sehr schwierig. Es fehlt einfach an Platz, sowie an finanzieller Unterstützung.

Es gab bei der Initiierung einige Widerstände und misstrauische Blicke, weil es darum ging, etwas Neues zu initiieren und die herkömmliche Praxis zu verändern. Ebendiese Umwandlung vorhandener Praxis macht die Umsetzung von Inklusion möglich, da vorhandene Strukturen geöffnet werden können und ihren „exklusiven“ Charakter verlieren. 

Die Projektverantwortliche empfiehlt allen, die etwas ähnliches initiieren möchten, dass sie unbedingt dran bleiben und sich nicht verunsichern lassen sollen. Ganz wichtig ist es auch immer in der Öffentlichkeit zu stehen und sich bemerkbar zu machen.

allgemeine Informationen und Materialien

Steding, C. / Winter, A. (2014): Ein Handicap ist noch lange kein Grund nicht zu tanzen! Iserlohn: Winter Verlag.

Kurzfilm – Ensamble Tuttifratelli zur Gründungsgeschichte des Roten Kreuzes. Online verfügbar unter:

www.youtube.com/watch, zuletzt geprüft am 30.04.15.

Tuttifratelli (2013): offizielle Homepage. Online verfügbar unter: www.tuttifratelli.de, zuletzt geprüft am 19.05.15

FIRELANDS – Finde das Feuer! (2015): offizielle Homepage. Online verfügbar unter: www.finde-das-feuer.de, zuletzt geprüft am 19.05.15.

Ansprechpartner/in

Carina Steding

Tel.: 0172/2771073

Email: sozialarbeit@drk-iserlohn.de

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.