Planung

Da Inklusion meist den Rahmen wohlgeordneter Zuständigkeiten und Organisationen sprengt, wird die zukünftige Herausforderung für kommunale Akteure darin zu sehen sein, die Planung systematisch anzugehen und zu verstetigen. Planung ist hier als ein politischer Prozess zu sehen. Inklusion ist keine neue Fachplanung, die nur Experten aus der Verwaltung oder ‚Inklusionsfachleute’ betrifft. Sie betrifft die unterschiedlichsten Akteure und Bereiche, die in einen Dialog zu bringen sind und moderiert werden müssen, insbesondere im Hinblick auf die unterschiedlichen, z.T. divergierenden Interessen, unterschiedlichen Anforderungen, aber auch bezogen auf mögliche Unsicherheiten und (kommunalen) Ausgangsbedingungen (Ressourcen, Kapazitäten, Strukturen, kommunalspezifischen Entwicklungspfade usw.). Die lokale Konstellation der Akteure ist für einen erfolgreichen Veränderungsprozess wichtig. Ein inklusives Gemeinwesen entwickelt sich nicht von selbst, es steht ganz im Gegenteil in einer dauernden Spannung zu Tendenzen der Ausgrenzung, die unsere Gesellschaft in allen Lebensbereichen durchzieht. Prozesse zur Planung und Schaffung eines inklusiven Gemeinwesens sind komplex, dynamisch, systemisch und interaktiv gestaltet. Wichtig sind Promotoren, die Inklusion und die Idee des inklusiven Gemeinwesens in der Kommune vorantreiben. Die Planung ist als ein partizipativer und lernorientierter Prozess unter politischer Federführung der Kommunen anzusehen, in dem sich die örtlich relevanten Akteure auf den Weg machen, die Zielsetzungen eines ‚inklusiven Gemeinwesens‘ unter den spezifischen örtlichen Bedingungen zu verwirklichen. Es müssen Zuständigkeiten benannt, transparente Foren geschaffen werden und interessierte Bürger/innen und Akteursgruppen für eine Beteiligung gewonnen werden. Ein inklusives Gemeinwesen, in dem alle selbstverständlich als gleichberechtigte und selbstbestimmte Individuen gelten, sollte gemeinsam gestaltet werden. Hier sind alle gefragt, sowohl die einzelnen Behörden, die verschiedenen Rehaträger, Krankenkassen, überörtliche Sozialhilfeträger, Verwaltungen, Wirtschaftsunternehmen, Politik und Zivilgesellschaft. Nur so kann es gelingen, dass alle Belange hinreichend Berücksichtigung finden und es nicht länger mehr zu Fehlplanungen oder Ausgrenzungen kommt. Wie Inklusion und die Entwicklung eines inklusiven Gemeinwesens in der kommunalen Gesamtplanung verankert werden kann, welche weiteren Faktoren berücksichtigt werden müssen, sind in unserer Arbeitshilfe und in den darin zugrundeliegenden Handlungsempfehlungen näher beschrieben.

Der Prozess der Planung wird im folgenden Schaubild verdeutlicht. Dabei handelt es sich um eine idealtypische Abfolge von Planungsschritten, die in der jeweiligen Planungspraxis zu modifizieren und anzupassen sind.

Prozesszirkel zur Planung inklusiver Gemeinwesen (detaillierte Beschreibung in der Arbeitshilfe: Rohrmann, Albrecht; Schädler, Johannes; Kempf, Matthias; Konieczny, Eva; Windisch, Marcus (2014): Inklusive Gemeinwesen Planen. Eine Arbeitshilfe, hrsg. vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. S. 47ff.)