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Sport als Brücke

Mit Sport eine Brücke im Alltag für Menschen mit und ohne Behinderungen - Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Personen beim gemeinsamen Federball spielen. Mit dabei sind Jung und Alt, Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, Patienten und Mitglieder des TuS Hilchenbach.
© klinik-hilchenbach.de

Menschen mit Behinderungen können oft nicht gleichberechtigt an Freizeitangeboten für die Allgemeinheit teilhaben und verbleiben in besondernden Settings. Dies gilt auch für die meisten Sportangebote.

Das Projekt Sport als Brücke möchte hier ansetzen und für den Raum Hilchenbach (Kreis Siegen-Wittgenstein) Abhilfe leisten. Das Projekt ist als eine Kooperation zwischen der Celenus Klinik für Neurologie Hilchenbach und dem TuS Hilchenbach entstanden. Junge Menschen aus dem Sportverein kommen unter dem Motto des Sports und der Bewegung in die Räume der Klinik und treiben dort gemeinsam mit den Patienten Sport, die von einem Schlaganfall, einer Schädel-Hirnverletzung oder einer chronischen neurologischen Erkrankung (wie z.B. Multiple Sklerose oder Parkinson) betroffen sind. Begonnen hat das Projekt im Jahr 2016 mit einem gemeinsamen Sporttag in der Celenus Klinik. Mit diesem Sporttag sollte eine Brücke gebaut werden: vom Sport in der Reha und die Integration der Sportarten (Basketball, Slackline, Bogenschießen, Handbiking, Tischtennis und Rollatortanz) hin zum Alltag zuhause oder in die Rehasportgruppen nach dem Klinikaufenthalt. Der an diesem Sporttag mitwirkende Sportverein TuS Hilchenbach erkannte Potential in der Kooperation und so entstand ab Herbst 2016 ein regelmäßiges Arrangement: Jeden zweiten Mittwochabend kommt die Tischtennisabteilung des Vereins in die Klinik, um dort mit den Patienten Tischtennis zu spielen. Dabei sind alle eingeladen mitzumachen, keine Art der Beeinträchtigung stellt einen Ausschluss vom gemeinsamen Sport dar. So entstand ein Raum, in dem sich u.a. Menschen im Rollstuhl, mit Lähmungen, Parkinson o.ä. wieder an die Bewegung trauen und zunehmend Sicherheit gewinnen können. Angeregt durch dieses Angebot entstanden seitdem weitere sportliche Abende in der Klinik mit Federball, Kicker oder Tischtennis. Seit Februar 2017 ist neben der Tischtennisabteilung des Vereins auch die Jugendmannschaft Badminton Teil des zweiwöchentlichen Arrangements.

Ziele des Projektes sind dabei vielfältig. Übergreifendes Ziel ist es, Menschen mit und ohne Behinderungen durch den Sport zusammenzubringen und Momente des gemeinsamen Erlebens zu schaffen, um so Hemmschwellen abzubauen und einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung zu leisten. Selbstverständnis und Ziel des Projektes zugleich ist also ein offener Umgang von Menschen mit und ohne Behinderungen miteinander. Außerdem geht es darum, das Selbstvertrauen der Reha-Patienten zu stärken, ihren Willen zu festigen, nach der Reha weiter in Bewegung zu bleiben sowie allgemein die Stärkung des Immunsystems durch die sportliche Betätigung. Ein weiteres Ziel ist die Steigerung des Selbstwertgefühls und damit auch der Lebensqualität der Teilnehmenden. Durch den gemeinsamen Sport kann außerdem soziale Kompetenz gelernt werden.

Durch die Kooperation mit einem ortsansässigen Sportverein und die Durchführung der Angebote in den Räumen der Klinik vor Ort ist das Projekt im Gemeinwesen verankert. Durch die offene und barrierefreie Bauweise der Eingangshalle der Klinik, in der die Sportangebote stattfinden, steht das Angebot allen interessierten Menschen offen und jede/r kann dazukommen. Es gibt keine Pflicht zur Anmeldung oder sonstige Teilnahmevoraussetzungen. Weitere Patienten, Mitglieder aus dem Sportverein, Mitarbeiter/innen der Klinik sowie Menschen aus dem Ort kommen frei und spontan hinzu. Die Grundausrichtung der Sportangebote ist es dabei, an den Fähigkeiten und Möglichkeiten der Teilnehmer/innen anzusetzen und diese für den Sport zu nutzen.

Die durch das Projekt beförderte Bewusstseinsbildung und die sich dadurch verändernden Einstellungen und Sichtweisen auf Menschen mit Behinderungen sind als nachhaltige Wirkungen des Projektes anzunehmen. Die Zusammenarbeit mit dem TuS Hilchenbach wird weiterhin gepflegt und soll in Zukunft noch ausgebaut werden und mehr Sportangebote als bisher umfassen (z.B. Nordic Walking in Planung). Ein weiterer Ausbau der Angebote und Kooperationen mit weiteren Akteuren sind in Planung (z.B. eine Sprechstunde zum Thema Spiel, Spaß, Spannung mit Bewegung und Sport und Kontakte zum Sportbund).

Das Projekt bezieht sich dabei in seinem Selbstverständnis, in seinen Zielen, sowie in der Struktur der Angebote auf die UN-Behindertenrechtskonvention, insbesondere auf den Artikel 25: Gesundheit, auf den Artikel 26: Habilitation und Rehabilitation, sowie auf den Artikel 30: Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport.

Lebensbereich

  • Sport
  • Gesundheit

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.