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Kampagne Barrierefreier Kirchenkreis

Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Kopf eines Mannes, auf dessen Stirn symbolisch eine offene Schranke platziert ist.
Copyright Heide Voge (Fotografin)

Auch wenn im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn großer Wert darauf gelegt wird, dass alle Menschen willkommen sind, ist es leider dennoch so, dass verschiedene Menschen innerhalb der Kirchengemeinden und den kreiskirchlichen Einrichtungen – genau wie in vielen anderen Organisationen auch – auf verschiedene Barrieren stoßen. Dabei können ganz unterschiedliche Hindernisse auftreten. Dazu zählen zum Beispiel eine zu komplexe Sprache in Gottesdiensten, eine fehlende Rampe in der Kindertagesstätte, Ängste und Vorurteile oder bisher fehlende Möglichkeiten, offen und kritisch miteinander ins Gespräch zu kommen.

Im Rahmen der Kampagne „Barrierefreier Kirchenkreis“ sollen bestehende Barrieren aufgespürt und abgebaut werden. Zunächst wurde dabei – ausgehend von einem Impuls durch die Leitung des Kirchenkreises – an bauliche Barrieren gedacht.  In die weiteren Gespräche flossen auch Erfahrungen aus den kreiskirchlichen Aufgabenfeldern Seelsorge, Bildung, Schule, Gottesdienst und Seniorenarbeit ein, sodass im Verlauf der Gespräche die ursprüngliche Zielsetzung erweitert wurde. Barrierefreiheit sollte sich auch auf die kirchlichen Umgangskulturen und Mentalitäten beziehen. Um diese differenzierte Diskussionen innerhalb einer großen Organisation führen zu können, wurde eine Projektsteuerungsgruppe gegründet.

Im Projekt, das 2012 offiziell gestartet ist, sind alle 25 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Iserlohn und die kreiskirchlichen Einrichtungen beteiligt.

Bei diesem Projekt werden nicht ausschließlich Hindernisse für Menschen mit Behinderung in den Blick genommen, sondern auch Barrieren für Menschen, denen die Kirche fremd geworden ist und für Menschen, die in unserer Mitte alt geworden sind. Dies sind auch die drei Zielgruppen des Projekts.

Mehr barrierefreie Angebote möchte man durch die Präsenz an ungewöhnlichen Orten, durch den Abbau von Hindernissen in den Köpfen und durch die Veränderung von baulichen und sprachlichen Gegebenheiten erzielen.

Insgesamt entwickeln drei Projektgruppen Ideen und Maßnahmen für die unterschiedlichen Zielgruppen des Projektes und besprechen diese wiederum mit den verschiedenen Diensten und Einrichtungen der Kirchengemeinde (z.B. Kindertagesstätten, Fachberatungsstellen) und auch darüber hinaus durch Kooperationen z.B. mit dem Behindertenbeirat oder dem Demenznetzwerk). Durch die Kombination verantwortlicher Projektgruppen mit jeweiligen Kooperations- und Gesprächspartnern wird sichergestellt, dass die jeweils Betroffenen in die Projektentwicklung einbezogen sind, gleichzeitig aber der operative Kreis überschaubar bleibt. Die aus ehrenamtlich tätigen Kirchenmitgliedern bestehende Projektsteuerungsgruppe ist wiederum mit der Gesamtkoordination des Projektes beauftragt. Die operative Geschäftsführung übernimmt ein Pfarrer mit einem kleinen Stellenanteil.

Bereits umgesetzte Aktionen im Rahmen der Kampagne sind u.a.:

  • Gottesdienste in einfacher Sprache und für demenziell erkrankte Menschen
  • die Schaffung barrierefreier Zugänge zu Gebäuden
  • der Einsatz von Gebärdendolmetscher/inne/n
  • eine Reihe von Veranstaltungen an für Kirche eher ungewöhnlichen Orten – wie in  einer Buchhandlung, einer Bank oder einem Jazzclub
  • Hol- und Bring-Services zu Gottesdiensten
  • und viele mehr

Für die Umsetzung einzelner Maßnahmen können die Projektgruppen Sonderfördermittel aus einem gemeinsamen Fördertopf beantragen. In diesen Fördertopf fließen Finanzmittel, die alle Kirchengemeinden solidarisch in Relation zu ihrer jeweiligen Gemeindemitgliederzahl einzahlen.

Eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit erfolgt im Wesentlichen über die regionalen Medien, Präsentationen bei Veranstaltungen und das Internet.

Die Kampagne trägt in vielschichtiger Weise dazu bei, dass unterschiedliche Barrieren abgebaut und Zugänge (sowohl räumlich als auch auf der Informationsebene) hergestellt werden (siehe Artikel 9 UN-BRK). Folglich werden nicht nur umweltbedingte Barrieren – wie fehlende Rampen oder Dolmetschen – in den Blick genommen, sondern ganz gezielt auch einstellungsbedingte Hindernisse wie Ängste oder Vorurteile, welche letztlich ebenso dazu beitragen, dass manche Menschen der Kirche lieber fernbleiben. Im Rahmen unkonventioneller und offener Dialoge tritt die Kampagne für einen bunten Kirchenkreis ein und trägt dadurch auch unmittelbar zur Bewusstseinsbildung im Sinne des Artikels 8 der UN-Behindertenrechtskonvention bei.

Ansprechpartner/in

Evangelischer Kirchenkreis Iserlohn

Superintendentin Martina Espelöer
Piepenstockstraße 21
58636 Iserlohn

 

Karl-Heinz Struve
(Geschäftsführer der Kampagne)

Tel.: 02371 795216
Email: karl-heinz.struve@remove-this.kk-ekvw.de

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.