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Vielfältiges Dortmund

Eine inklusive Stadt für Kinder und Jugendliche - Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Die Disco Let's Rock im Freizeitzentrum West in Dortmund. Zu sehen gemeinsam tanzende Menschen mit und ohne Behinderungen in der Altersstufe 14 - 46 Jahre.
© Jugendamt Dortmund

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen können oft nicht an allgemeinen, offenen Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe teilhaben, sondern verbleiben vielfach getrennt von Kindern und Jugendlichen ohne Behinderungen in besondernden Angeboten und Strukturen. Das Jugendamt der Stadt Dortmund hat es sich aufgrund dieser Ausgangslage in einem Modellprojekt zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern und inklusive Strukturen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Dortmund zu etablieren. Das zweieinhalbjährige (01.09.2013 bis 31.08.2015) Modellprojekt „Vielfältiges Dortmund – eine inklusive Stadt für Kinder und Jugendliche“ fand im Rahmen des Projektes „Inklusion in der Kinder- und Jugendförderung“ der Landesjugendämter Westfalen-Lippe und Rheinland statt. Ziel des Projektes war es dabei, die Angebote der Kinder- und Jugendförderung in Dortmund im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention weiterzuentwickeln und einen umfassenden Paradigmenwechsel einzuleiten. Der Inklusionsbegriff stellte dabei für die Projektverantwortlichen keine wirkliche Neuerung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dar, sondern eher die konsequente Weiterentwicklung ihres Anspruches, jeden jungen Menschen zu fördern und teilhaben zu lassen. Durch das Projekt sollte der Inklusionsgedanke daher spielerisch und praxisnah mit Kindern und Jugendlichen entwickelt, umgesetzt und erlebbar gemacht werden. Hierfür sollten gemeinsame inklusive Gruppenerlebnisse und –erfahrungen ermöglicht werden. Durch diese kann eine nachhaltige Bewusstseinsbildung in Gang gesetzt werden, die auch langfristig zu einem inklusiveren Miteinander beiträgt. Neben diesen Grundhaltungen und übergreifenden Zielen setzte das Projekt auf die folgenden Zielsetzungen:

  • das Projekt soll Inklusion selbstverständlich werden lassen
  • Stärken des einzelnen Kindes/Jugendlichen werden gefördert
  • gemeinsame Lernfelder werden erprobt
  • Kinder und Jugendliche erfahren Inklusion mit ihren Sinnen und Gefühlen
  • neue Sichtweisen werden erlernt
  • Kinder und Jugendliche experimentieren mit ihren Fähigkeiten und kreativen Möglichkeiten
  • Kinder und Jugendliche sehen die Welt mit offenen Augen
  • Kinder und Jugendliche erlernen Techniken wie kreatives Gestalten, Musik, Kochen, Theater und Fotografieren
  • Kinder und Jugendliche erarbeiten ein Produkt auf das sie stolz sind
  • Kinder und Jugendliche erkunden die Stadtbezirke mit neuen Erfahrungswerten
  • Bewegung und Abenteuer werden von den Kindern und Jugendlichen neu wahrgenommen
  • Kinder und Jugendliche können künstlerische Ressourcen abrufen
  • Talente und Fähigkeiten werden wahrgenommen und entdeckt
  • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung der Projektinhalte

Um diese vielfältigen Ziele zu erreichen, setzte das Projekt auf eine Umsetzung auf mehreren Ebenen. Es wurden Workshops und Aktionen in mehreren Jugendfreizeitstätten in mehreren Dortmunder Stadtteilen entwickelt und mehrere Teilprojekte initiiert. Ein solches ist das Teilprojekt „grenzenlos feiern“, welches Inklusionsdiscos der Kinder- und Jugendförderung in Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Dortmunder Lebenshilfe durchführte. Aus dem Wunsch der Kinder und Jugendlichen gemeinsam zu kochen, entstand in Kooperation der Jugendeinrichtungen aus drei Stadtbezirken das Teilprojekt „Inklusives Kochbuch“, in welchem das Kochbuch „Kochen mit allen Sinnen“ erstellt wurde. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen haben alle darin enthaltenen Rezepte ausprobiert. Das Kochbuch erscheint in drei Ausgaben: als Kochbuch in schwerer Sprache, als Kochbuch in einfacher Sprache und als Koch-Hörbuch. Es kann hier heruntergeladen werden. Im Teilprojekt „Gemeinsam Bewegen und Erleben“ ging es insbesondere um Bewegungs- und Kreativangebote und das Erleben in der Natur. Neben zunächst wöchentlichen Gruppentreffen gab es später auch während der Schulferien ein einwöchiges Camp der Jugendfreizeitstätte Eichlinghofen. Neben Kindern mit und ohne Behinderungen konnten zu einem späteren Zeitpunkt auch in die Stadtteile zugezogene, geflüchtete Kinder und Jugendliche in das Angebot integriert werden. Hier zeigt sich das weite Inklusionsverständnis der Projektverantwortlichen, das nicht nur Kinder und Jugendliche mit Behinderungen umfasst. Neben den einzelnen Teil-Praxisprojekten wurde eine städtische Lenkungsgruppe ins Leben gerufen, die Planungs-, Auswertungs- und Steuerungstreffen zum Gesamtprojekt abhielt. Die Lenkungsgruppe setzte sich zusammen aus Mitarbeiter/inne/n des Jugendamtes Dortmund und des Landesjugendamtes Westfalen-Lippe, Mitgliedern des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie sowie aus der Behindertenbeauftragten der Stadt Dortmund.

Insgesamt arbeiteten im Projekt vielfältige Akteure mit, so z.B. auch Schulen, Vereine, Verbände sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen. Zielgruppe der Angebote waren Schüler/innen verschiedener Schulformen und Besucher/innen der Jugendfreizeitstätten. Alle angesprochenen Kinder und Jugendlichen waren im Alter zwischen 10 und 18 Jahren.

Durch die Nutzung von und Anknüpfung an bereits bestehende Angebote und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in den Dortmunder Stadtteilen konnten die einzelnen Teilprojekte dezentral vor Ort im Sozialraum der Kinder und Jugendlichen verankert werden. Das Projekt hat so einen eindeutigen Bezug zum Gemeinwesen, während trotzdem eine gesamtstädtische Federführung und Vernetzung der einzelnen Teilprojekte gewährleistet werden konnte.

Das Projekt fand eingebettet in den Gesamtauftrag der Stadt Dortmund inklusiv zu werden statt, weswegen die Leitidee einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe nach Projektende nicht wieder verschwand. Wichtige städtische Strukturen, wie das seit 2008 in Dortmund bestehende „Behindertenpolitische Netzwerk“ und die 2008 von der Stadt Dortmund unterzeichnete „Charta der Vielfalt“ bestehen unabhängig vom Projekt weiter. Auch der Beitrag des Projektes zur Bewusstseinsbildung wirkt nachhaltig weiter. Das Teilprojekt „grenzenlos feiern“ konnte ebenfalls verstetigt werden. Die Finanzierung läuft über den Bereich Kinder- und Jugendförderung und die Durchführung wird durch engagierte Kolleg/innen und die weiterhin bestehende Kooperation mit der Lebenshilfe gewährleistet.

Das Projekt bezog sich dabei in allen seinen Maßnahmen auf die UN-BRK, insbesondere auf den Artikel 7: Kinder mit Behinderungen, den Artikel 8: Bewusstseinsbildung und den Artikel 30: Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport.

Lebensbereich

  • Partnerschaft und Familie (inklusive Kinder- und Jugendarbeit)

Ansprechpartner/in

Jugendamt Stadt Dortmund
Bereich Kinder und Jugendförderung

Ralf Finke
Märkische Straße 24-26
44122 Dortmund

Tel: 0231 – 5026762
Email: rfinke@remove-this.stadtdo.de 

Oder:

Jugendamt Stadt Dortmund
Bereich Kinder und Jugendförderung

Daniel Kolb
Märkische Straße 24-26
44122 Dortmund

Tel: 0231 – 5027708
Email: dkolb@remove-this.stadtdo.de

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.