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Planet Schule Filme des WDR für den gemeinsamen Unterricht

Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Logo der Planet Schule Filme
© wdr.de

Filme machen Unterricht lebendig. Sie sind für alle Schülerinnen und Schüler attraktiv. Doch nicht jeder Film eignet sich für das gemeinsame Lernen von Kindern oder Jugendlichen mit und ohne Förderbedarf. Die WDR-Redaktion Planet Schule hat jetzt Kriterien zusammengestellt, die bei der Beurteilung von geeigneten Filmen und Multimedia-Elementen helfen können. Basis dafür war eine erste qualitative Untersuchung der TU Dortmund, in Auftrag gegeben von Planet Schule.

Prof. Dr. Ingo Bosse vom Fachbereich Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund ließ ausgewählte Filme, Multimedia-Angebote und Unterrichtsmaterialien an Inklusionsschulen von Lehrer/inne/n unterschiedlicher Schulformen testen. Anschließend befragte er die Lehrerinnen und Lehrer. Die spannende Frage war: Eignen sich die Angebote für heterogene Lerngruppen, sind sie nah bei der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schülern?

Positives Gesamtergebnis für Planet Schule: Alle untersuchten Filme sind nach Ansicht der Lehrer/innen gut im gemeinsamen Unterricht einsetzbar. Sie sind besonders verständlich und haben eine motivierende Rahmenhandlung.  

So begleitet der Film "Wilde Nachbarn" eine Biologin und ihren Hund Paulchen. Auch aus der Perspektive des Hundes gehen sie auf die Suche nach wilden Tieren in der Stadt. In der Reihe "Flirt English" verlieben sich zwei junge Männer aus Köln in zwei Mädchen aus London. Sie streiten und versöhnen sich – und lernen ganz nebenbei noch Englisch. Auch in den Dokumentarfilmen der dok' mal!-Reihe stehen jugendliche Protagonisten im Mittelpunkt. Hier tauchen Filmemacher ein in die reale Lebenswelt von 11- bis 15-Jährigen und greifen Themen auf, die sie beschäftigen: Mobbing oder Geschwisterbeziehung, Identitätsfindung oder der Umgang mit Konflikten.

Aus den Interviews mit den Lehrerinnen und Lehrern entwickelte die Planet-Schule-Redaktion einen Leitfaden für „inklusionsgeeignete“ Filme, den sie Filmemacher/inne/n nach diesem Schritt auf dem Weg zur Inklusion bei Neuproduktionen an die Hand gibt. Motivierend und lebensnah sollen die Filme sein. Am wichtigsten aber sind Sprache und Verständlichkeit. Für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf ist die mittelschichtorientierte Sprache, die viele Journalisten – zumeist Akademiker – in der Berichterstattung benutzen oft zu schwierig. Auch Schülerinnen und Schüler mit Migrationsbiografien haben oft damit zu kämpfen. Von einer einfachen, verständlichen Sprache profitieren letztendlich alle Schülerinnen und Schüler.

Ebenfalls förderlich im Lernprozess: Eine klare Strukturierung und Unterteilbarkeit der Filme. Dies kommt zum einen Kindern und Jugendlichen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne entgegen. Zum anderen bieten sich so Möglichkeiten zur Differenzierung: Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise unterschiedlich tief in Inhalte einsteigen oder nur einzelne Aspekte bearbeiten.

Die ergänzenden Multimedia-Elemente bieten den Kindern und Jugendlichen die Chance, die Unterrichts-Aufgaben individuell und im eigenen Tempo bearbeiten zu können. Auch hierfür gibt es einen Leitfaden für alle neu entstehenden Angebote: So sollte ein Spiel Erfolgserlebnisse für alle bereithalten. Jedes Element muss beliebig oft wiederholbar sein, Lernende müssen jederzeit Hilfen abrufen können. Außerdem müssen die Entwickler viele technische Auflagen beachten: Die Ansicht eines Spiels sollte sich beispielsweise nach Bedarf vergrößern und mit assistiven Techniken bedienen lassen.

 

Basierend auf diesen Ergebnissen werden jetzt sukzessive Unterrichtspakete für den Einsatz im Gemeinsamen Unterricht entwickelt. So sollen beispielsweise künftig alle neuen Arbeitsmaterialien als barrierefreie Dokumente zur Verfügung stehen, Piktogramme Arbeitsaufträge bildlich deutlich machen. Außerdem stellt Planet Schule die Arbeitsmaterialien als Word-Dateien zur Verfügung, damit sie von den Lehrer/inne/n selbst angepasst werden können. Dies sind, so betont die Redaktion, erste Schritte. Denn Planet Schule möchte langfristig ein wissenschaftlich empfohlenes Angebot für den gemeinsamen Unterricht bereitstellen. So geht z.B. eine zweite Studie im Jahr 2016 der Frage nach, inwieweit die entwickelten Kriterien in der Umsetzung für Schüler/innen und Lehrer/innen hilfreich sind und ob sie sich im Gemeinsamen Unterricht bewähren. Die Ergebnisse liegen 2017 vor und sollen die weitere Arbeit in der WDR-Redaktion weiter profilieren.

Filme, Lernspiele und Arbeitsblätter finden Lehrerinnen und Lehrer gesammelt auf der Internetseite von Planet Schule. Der WDR bietet interessierten Schulen und Fortbildungseinrichtungen auch kostenfreie Seminare und Workshops zum Angebot Planet Schule an.

Die entwickelten Materialien können sowohl im Unterricht, als auch darüber hinaus, vielfältig genutzt werden. Das Projekt dient daher einerseits der inklusiven Bildung (Artikel 24 UN-BRK), andererseits auch der Bewusstseinsbildung im Sinne des Artikels 8 der UN-Behindertenrechtskonvention, und zwar im Lebensbereich Schule als und auch im Bereich der Medien.

Lebensbereich

  • Bildung
  • Kommunikation und Interaktion

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.