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Einstieg ins Studium - Förderung inklusiver Bildungswege

Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Die Mitarbeiterinnen des kombabb-Kompetenzzentrums NRW, von links nach rechts, Stephanie Feinen, Johanna Krolak, Christiane Schneider, stehen an ihrem Stand auf der Rehacare.
© kombabb.de

Das kombabb-Kompetenzzentrum NRW - Informations- und Beratungsstelle zum Thema Studieren mit (nicht-)sichtbarer Behinderung und / oder chronischer Erkrankung

Wie geht es nach der Schule weiter? Für viele ist der weitere Berufs- und Bildungsweg mit verschiedenen Fragen, Unklarheiten aber auch Unsicherheiten oder gewissen Hürden verbunden. Gerade für Menschen mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung, die sich zu einem Studium entschließen, stellen sich die Fragen wie: Muss ich meine nicht-sichtbare Einschränkung „outen“? Bekomme ich auch mit einer chronischen Erkrankung Nachteilsausgleiche? Kann ich eine Zeitverlängerung bei Klausuren kriegen? Kann ich Studienassistenz beantragen? Wie stelle ich einen Härtefallantrag? Sind Hochschulgebäude, Seminarräume und Umfeld barrierefrei? Wo erhalte ich Beratung? Wie klappt denn überhaupt ein Studium mit Behinderung? Die Planung eines Studiums fordert von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung und / oder chronischen Erkrankung letztlich eine umfangreiche Informationsrecherche, einen hohen Organisationsaufwand und viel Zeit. Um diese Herausforderung bewältigen zu können, ist eine qualifizierte Unterstützung und eine gute Beratung nötig.

In Bonn gibt es aus diesen Gründen eine Informations- und Beratungsstelle für Studieninteressierte und Studierende mit (nicht-)sichtbarer
Behinderung und/oder chronischer Erkrankung. Diese existiert seit 2008, ist barrierefrei zugänglich und zuständig für ganz NRW. Träger der Beratungsstelle ist der Verein „Kompetenzzentrum Behinderung, akademische Bildung, Beruf (kombabb) e. V.“. Der Name „kombabb“ setzt sich zusammen aus: Kompetenzzentrum Behinderung, akademische Bildung, Beruf.
Das kombabb-Kompetenzzentrum NRW informiert und berät zu allen Themen rund ums Studium, wie zum Beispiel zur Studienwahl, zu Nachteilsausgleichen bei
der Zulassung und während des Studiums, zu Unterstützungsmöglichkeiten und zum Umgang mit einer (nicht-)sichtbaren Behinderung und/oder chronischen Erkrankung.

Die Ziele der Informations- und Beratungsstelle bestehen in der:

  • Realisierung einer inklusiven Bildung, d.h. Verbesserung des Zugangs zu Studium und Beruf von Menschen mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung,
  • Förderung der Selbstbestimmung und der Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen von Menschen mit Behinderung und in der 
  • Stärkung der Handlungsfähigkeit in Bezug auf Ausbildung, Studium und Beruf.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Übergang Schule – Studium.
Die Angebotsstruktur ist sehr vielfältig und umfasst folgende Tätigkeitsbereiche:

  • persönlichen Beratungen nach dem Prinzip des Peer Counseling,
  • regelmäßige barrierefrei gestaltete und kostenfreie Informationsveranstaltungen,
  • Messeauftritte auf ausgewählten Ausbildungs- und Studienmessen in ganz NRW und
  • das kombabb-Internetportal 

Die Informations- und Beratungsstelle richtet sich einerseits an Studieninteressierte und Studierende mit einer (nicht-)sichtbaren Behinderung und/oder chronischen Erkrankung (nicht nur an Personen im Rollstuhl, mit einer Hör- oder Sehbehinderung, sondern auch an jene, die z.B. Diabetes, Epilepsie, das Asperger-Syndrom oder eine psychischen Erkrankung haben) sowie andererseits auch an deren Familienangehörige und an entsprechendes Fachpersonal anderer Institutionen. Das Beratungsangebot greift sowohl unterschiedliche Behinderungsformen als auch die damit verbundenen unterschiedlichen Barrieren auf, die den Studienalltag erschweren können. Es gibt sichtbare und nicht-sichtbare d.h. weniger offensichtliche Behinderungen. Gleiches gilt für Barrieren. Behinderungen wirken sich ganz unterschiedlich aus. Für Rollstuhlfahrer/innen sind es meist bauliche Barrieren. Für Personen mit einer psychischen Erkrankung treten meist nicht sichtbare Barrieren auf, wie Reizüberflutung und Prüfungsdruck. Viele bezeichnen sich selbst auch nicht als „behindert“. Chronische Erkrankungen (z.B. Darmerkrankungen oder Epilepsie) und psychische Krankheiten sowie Teilleistungsstörungen wie Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) wirken sich nicht weniger stark, sondern nur anders im Studium aus  als Körper- und Sinnesbeeinträchtigungen.

Kooperationen in Form eines regelmäßigen Austauschs bestehen mit Schulen, mit denen gemeinsame Informationsveranstaltungen und Sprechstunden durchgeführt werden, mit einzelnen Behindertenbeauftragten verschiedener Hochschulen und mit der Koordinierungsstelle der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSLs). Am Projekt beteiligt sind  insgesamt Schüler/innen, Eltern, Lehrer/innen der Schulen, Akteur/innen in der Studien- und Berufsorientierung (Arbeitsagenturen, Integrationsämter etc.), Studienberater/innen, Behindertenbeauftragte und Lehrenden der Hochschulen, andere Beratungsstellen sowie Selbsthilfeverbände und -initiativen.

Das kombabb-Kompetenzzentrum NRW ist zudem Mitglied in den Netzwerken: wie der „Landesarbeitsgemeinschaft Studium und Behinderung“, im Expert/inn/enrat „Arbeit“ des Netzwerks Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW, im ‚Netzwerk W‘ (Wiedereinstieg) Köln, sowie im „Netzwerk der studentischen Interessenvertretungen für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung NRW (NIBS)“. 

Gefördert wird die Informations- und Beratungsstelle vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. Sie ist eine Initiative des Aktionsplans „Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“. Drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen teilen sich zwei Stellen. Die Beratung zeichnet sich durch den Ansatz des Peer Counseling aus. Die Beraterinnen in der Beratungsstelle haben neben ihrer beruflichen Qualifikation auch eine Behinderung. Infolgedessen können sie im Laufe eines Beratungsprozesses auf eigene Erfahrungen, die mit einem breiten professionellen Fachwissen verbunden sind, zurückgreifen. Während der Beratungen orientieren sie sich stets an den persönlichen Kompetenzen sowie an der Selbstbestimmung und Inklusion von Menschen mit einer Behinderung und/oder chronischen Erkrankung. 

Mit der Informations- und Beratungsstelle wird ein gleichberechtigter Zugang zur Hochschule ermöglicht und gefördert. Dies entspricht der Zielsetzung der Schaffung inklusiver Bildungswege und -chancen im Sinne des Artikels 24 der UN-BRK. Gleichzeitig tragen die Ziele und Maßnahmen der Beratungsstelle wie die Öffentlichkeitsarbeit und barrierefrei ausgerichtete Veranstaltungen dem Artikel 9 der UN-BRK (Zugänglichkeit) und der Bewusstseinsbildung im Sinne des Artikels 8 der UN-BRK Rechnung. Zum Tragen kommt zudem Artikel 26 der UN-BRK (Habilitation und Rehabilitation), da das Beratungsangebot auf dem Peer-Counseling Prinzip basiert; d.h. Menschen mit Behinderungen beraten andere Menschen mit Behinderungen. 

Lebensbereich

  • Bildung
  • Unterstützung
  • Arbeit & Beschäftigung
  • Kommunikation und Interaktion

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.